Was passiert, wenn der Baugrund unter Ihrem geplanten Neubau in Dortmund-Hörde anders reagiert als erwartet – weil niemand die bergbauliche Situation geprüft hat? Genau diese Frage entscheidet darüber, ob Ihr Standsicherheitsnachweis beim ersten Anlauf sitzt oder teure Nachträge folgen. Hier erfahren Sie, worauf es in Dortmund wirklich ankommt.
Das Thema kurz und kompakt
- Pflicht bei fast jedem Bauvorhaben: Ob Neubau, Umbau, Wanddurchbruch oder Nutzungsänderung – ohne Standsicherheitsnachweis dürfen Sie in Dortmund nicht bauen. Auch bei genehmigungsfreigestellten Vorhaben muss er vor Baubeginn vorliegen.
- Bergbauauskunft frühzeitig einholen: Dortmunds Steinkohlenabbau-Historie erfordert eine Auskunft der Bezirksregierung Arnsberg (30 € Gebühr). Planen Sie mindestens 3 Monate Vorlauf ein, damit die Ergebnisse direkt in die Gründungsberechnung einfließen.
- Prüfpflicht hängt von der Gebäudeklasse ab: Bei Gebäudeklasse 1–3 (reine Wohngebäude) entfällt die externe Prüfung. Ab Gebäudeklasse 4 ist ein Prüfstatiker Pflicht – das Bauamt Dortmund prüft die Statik im vereinfachten Verfahren nicht.
- Planeco Building liefert alles aus einer Hand: Tragwerksplanung in 14–21 Tagen, Koordination mit Architekt und Gutachter, volle Preistransparenz. Jetzt kostenlos Angebot anfragen und Ihr Vorhaben in Dortmund sicher starten.
Standsicherheitsnachweis in Dortmund: Wann er Pflicht ist, was er kostet und worauf Bauherren achten müssen
Ohne Standsicherheitsnachweis keine Baugenehmigung – das gilt in Dortmund für nahezu jedes genehmigungspflichtige Bauvorhaben. Der Nachweis belegt rechnerisch, dass Ihr Gebäude allen Belastungen standhält: Eigengewicht, Nutzlasten, Wind- und Schneelasten sowie – in Dortmund besonders relevant – möglichen Einwirkungen aus dem historischen Steinkohlenabbau. Ob Sie ein Einfamilienhaus in Hörde bauen, einen Wanddurchbruch in Ihrer Bestandsimmobilie planen oder ein Mehrfamilienhaus in der Innenstadt errichten: Hier erfahren Sie, welche Regeln in NRW gelten, was der Nachweis konkret enthält und wie Sie teure Verzögerungen vermeiden.
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Was der Standsicherheitsnachweis enthält
Ein vollständiger Standsicherheitsnachweis ist mehr als eine Sammlung von Formeln. Er umfasst:
- Lastannahmen: Eigengewicht der Konstruktion, Nutzlasten (Personen, Möbel, Maschinen), Wind- und Schneelasten nach Standort
- Darstellung des statischen Systems: Wie Lasten von der Dachebene über Wände, Decken und Stützen bis in den Baugrund abgeleitet werden
- Bemessungsergebnisse: Dimensionierung aller tragenden Bauteile (Wände, Decken, Fundamente, Stützen, Unterzüge)
- Konstruktionszeichnungen: Bewehrungs- und Schalungspläne für Stahlbetonbauteile, Anschlussdetails im Holz- oder Stahlbau
- Gründungsnachweis: Tragfähigkeit des Baugrundes, Fundamentdimensionierung – in Dortmund oft mit Bezug auf die bergbauliche Situation
- Nachweis der Feuerwiderstandsfähigkeit: Tragfähigkeit der Konstruktion im Brandfall gemäß § 68 BauO NRW 2018
Ein qualifizierter Tragwerksplaner liefert dabei nicht nur Berechnungen, sondern stellt sicher, dass auf der Baustelle keine bösen Überraschungen entstehen – etwa durch fehlende Auflagerdetails oder unklare Bewehrungsführung.
Wann Sie in Dortmund einen Standsicherheitsnachweis brauchen
Die kurze Antwort: bei fast jedem Bauvorhaben, das über verfahrensfreie Maßnahmen hinausgeht. Konkret betrifft das:
- Neubau: Einfamilienhaus, Doppelhaushälfte, Mehrfamilienhaus, Gewerbegebäude
- Umbau und Anbau: Aufstockung, Erweiterung, Dachausbau mit Eingriffen in die Tragstruktur
- Wanddurchbruch: Entfernung oder Veränderung tragender Wände – auch im Bestand
- Nutzungsänderung: Geänderte Lasten durch neue Nutzung, z. B. von Büro zu Gastronomie oder Lager zu Verkaufsfläche
- PV-Anlage auf dem Dach: Zusätzliche Dachlasten erfordern den rechnerischen Nachweis, dass die bestehende Konstruktion die Module trägt
Auch bei genehmigungsfreigestellten Vorhaben nach § 63 BauO NRW 2018 muss der Standsicherheitsnachweis dem Bauherrn spätestens vor Baubeginn vorliegen – er wird lediglich nicht behördlich geprüft.
Prüfpflicht in NRW: Wann ein Sachverständiger prüfen muss
In NRW unterscheidet die Bauordnung klar zwischen der Erstellung des Standsicherheitsnachweises (durch den Tragwerksplaner) und der Prüfung (durch einen staatlich anerkannten Sachverständigen). Ob eine Prüfung erforderlich ist, hängt von der Gebäudeklasse ab:
- Gebäudeklasse 1 und 2 (freistehende oder nicht freistehende Wohngebäude bis 7 m Höhe, max. 2 Nutzungseinheiten, max. 400 m²): Standsicherheitsnachweis erforderlich, keine Prüfpflicht
- Gebäudeklasse 3 (Wohngebäude bis 7 m Höhe, mehr als 2 Nutzungseinheiten): Standsicherheitsnachweis erforderlich, keine Prüfpflicht bei reinen Wohngebäuden
- Gebäudeklasse 4 (Gebäude bis 13 m Höhe): Standsicherheitsnachweis erforderlich, Prüfpflicht durch staatlich anerkannten Sachverständigen
- Gebäudeklasse 5 und Sonderbauten: Standsicherheitsnachweis und Prüfung zwingend erforderlich
Wichtig für Dortmund: Im vereinfachten Baugenehmigungsverfahren nach § 64 BauO NRW prüft das Stadtplanungs- und Bauordnungsamt die Statik nicht. Die Verantwortung liegt beim Bauherrn und dem beauftragten Tragwerksplaner. Bei prüfpflichtigen Vorhaben beauftragt der Bauherr selbst einen Prüfstatiker – das sogenannte Vier-Augen-Prinzip, das in Deutschland dafür sorgt, dass Gebäudeeinstürze extrem selten sind.
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Bergbauhistorie in Dortmund: Was das für Ihren Standsicherheitsnachweis bedeutet
Dortmund blickt auf über 150 Jahre Steinkohlenabbau zurück. Auch wenn seit Anfang der 2000er-Jahre keine wesentlichen bergbaubedingten Senkungen mehr registriert werden, sind laut der Stadt Dortmund weiterhin klein- und großräumige Bodenbewegungen zu erwarten – unter anderem durch den Grubenwasseranstieg in den verlassenen Kohleflözen.
Für Bauherren hat das konkrete Konsequenzen:
- Bergbauauskunft einholen: Die Bezirksregierung Arnsberg (Goebenstraße 25, 44135 Dortmund) erteilt auf formlosen Antrag eine gebührenpflichtige Auskunft zur bergbaulichen Situation Ihres Grundstücks – Gebühr: 30,–€. Planen Sie dafür mindestens 3 Monate vor Baubeginn ein.
- Erweitertes Baugrundgutachten: Ein Standard-Baugrundgutachten reicht in Bergbaugebieten oft nicht aus. Es muss ein Boden- und Felsgutachten enthalten, das den Baugrund explizit hinsichtlich bergbaulicher Hinterlassenschaften bewertet.
- Angepasste Gründung: Je nach Ergebnis können Erkundungsbohrungen, Hohlraumverfüllungen oder eine verstärkte Gründung erforderlich werden – mit direktem Einfluss auf den Standsicherheitsnachweis und die Baukosten.
Planeco Building empfiehlt Bauherren in Dortmund, die bergbauliche Situation vor der Beauftragung des Tragwerksplaners zu klären. So fließen die Ergebnisse direkt in die Gründungsberechnung ein und es entstehen keine Nachträge.
Ablauf: Vom Bauvorhaben zum genehmigten Nachweis
- Tragwerksplaner beauftragen: Idealerweise parallel zur Entwurfsplanung durch den Architekten. So werden statische Anforderungen frühzeitig berücksichtigt.
- Standsicherheitsnachweis erstellen lassen: Bearbeitungszeit bei Planeco Building: 14–21 Tage je nach Komplexität des Vorhabens.
- Prüfung beauftragen (bei Prüfpflicht): Der Bauherr beauftragt einen staatlich anerkannten Sachverständigen gemäß § 87 BauO NRW 2018. Dieser prüft die Berechnungen und stellt eine Bescheinigung aus.
- Einreichung beim Bauamt Dortmund: Im vereinfachten Verfahren prüft das Amt die Vollständigkeit innerhalb von 10 Arbeitstagen. Nach Beteiligung aller Dienststellen erhalten Sie Ihre Baugenehmigung in der Regel innerhalb von 6 Wochen. Der Antrag kann digital über das Bauportal.NRW eingereicht werden.
- Bauausführung: Der Sachverständige (bei Prüfpflicht) oder ein qualifizierter Tragwerksplaner (bei prüffreien Vorhaben) überwacht die Umsetzung durch stichprobenhafte Kontrollen auf der Baustelle.
Was ein Standsicherheitsnachweis kostet
Die Kosten hängen von Gebäudetyp, Komplexität und Baugrund ab. Orientierungswerte bei Planeco Building:
- Wanddurchbruch / kleine Wandöffnung: ab 500,–€ netto
- Einfamilienhaus-Neubau: 2.500–5.500,–€ netto
- Mehrfamilienhaus: ab 9.500,–€ netto
- Gewerbegebäude / Lagerhallen: ab 9.500,–€ netto
In Dortmund kommen je nach Lage Zusatzkosten hinzu:
- Bergbauauskunft: 30,–€ (Bezirksregierung Arnsberg)
- Erweitertes Baugrundgutachten: variiert je nach Grundstücksgröße und Untersuchungstiefe
- Prüfstatik (bei prüfpflichtigen Vorhaben): in der Regel unter 1 % der Baukosten laut VPI NRW
Planeco Building arbeitet mit voller Preistransparenz und ohne versteckte Kosten. In der kostenlosen Erstberatung erhalten Sie eine konkrete Einschätzung für Ihr Vorhaben.
Häufige Irrtümer, die Bauherren in Dortmund teuer zu stehen kommen
„Für ein Einfamilienhaus brauche ich keine Statik"
Falsch. Auch für ein EFH der Gebäudeklasse 1 ist der Standsicherheitsnachweis Pflicht. Lediglich die Prüfung durch einen Sachverständigen entfällt bei GK 1 und 2.
„Das Bauamt prüft meine Statik"
Im vereinfachten Baugenehmigungsverfahren – dem Standardverfahren für die meisten Wohngebäude in Dortmund – prüft das Stadtplanungs- und Bauordnungsamt die Statik ausdrücklich nicht. Die Verantwortung liegt vollständig beim Bauherrn und seinen Fachplanern.
„Bergbau ist in Dortmund kein Thema mehr"
Die aktive Förderung ist eingestellt, aber Bodenbewegungen werden weiterhin registriert und überwacht. Wer ohne Bergbauauskunft baut, riskiert eine Gründung, die den tatsächlichen Untergrundverhältnissen nicht entspricht – mit potenziell gravierenden Folgen für die Standsicherheit.
„Der günstigste Statiker reicht"
Ein Standsicherheitsnachweis zum Dumpingpreis enthält häufig keine detaillierten Konstruktionszeichnungen, unvollständige Anschlussdetails oder pauschale Lastannahmen. Das Ergebnis: Nachforderungen auf der Baustelle, Bauverzögerungen und Mehrkosten, die den vermeintlichen Preisvorteil um ein Vielfaches übersteigen. Achten Sie bei der Auswahl auf die Eintragung bei der Ingenieurkammer und fragen Sie gezielt nach dem Leistungsumfang.
Checkliste: Diese Unterlagen sollten Sie bereithalten
Damit Ihr Tragwerksplaner zügig arbeiten kann, benötigt er in der Regel:
- Entwurfsplanung: Grundrisse, Schnitte, Ansichten (vom Architekten)
- Baugrundgutachten: Bodenverhältnisse, Tragfähigkeit, ggf. bergbauliche Bewertung
- Bergbauauskunft: Stellungnahme der Bezirksregierung Arnsberg (in Dortmund empfohlen)
- Angaben zur Nutzung: Wohnen, Gewerbe, Lager – bestimmt die Lastannahmen
- Bestandsunterlagen: Bei Umbau oder Anbau: vorhandene Statik, Bestandspläne, ggf. Fotos der Tragstruktur
- Angaben zu Sonderlasten: PV-Anlage, Dachbegrünung, schwere Maschinen, Wasserbecken
Planeco Building koordiniert bei Bedarf die Zusammenarbeit zwischen Architekt, Tragwerksplaner und Baugrundgutachter – bundesweit, mit lokaler Expertise in Dortmund und über 1.400 erfolgreich eingereichten Bauanträgen.








