Was passiert, wenn der Statiker erst beim Bauantrag erfährt, dass Ihr Grundstück in Hamm auf weichem Auenlehm liegt – und die geplanten Streifenfundamente nicht ausreichen? Eine nachträgliche Umplanung auf Pfahlgründung kostet schnell fünfstellig. Genau deshalb gehören Baugrundgutachten und Standsicherheitsnachweis in Hamm von Anfang an zusammen.
Das Thema kurz und kompakt
- Immer Pflicht, nicht immer prüfpflichtig: Jedes Bauvorhaben in Hamm braucht einen Standsicherheitsnachweis – aber erst ab Gebäudeklasse 3 muss ein unabhängiger Sachverständiger diesen zusätzlich prüfen.
- Baugrund frühzeitig klären: In der Lippeniederung treten häufig weiche Böden und hohe Grundwasserstände auf. Ohne Baugrundgutachten riskieren Sie teure Umplanungen bei der Gründung.
- Kosten realistisch einplanen: Für ein Einfamilienhaus liegen die Kosten zwischen 2.500 € und 5.500 € netto – achten Sie darauf, dass Konstruktionszeichnungen und Bewehrungspläne enthalten sind.
- Planeco Building übernimmt den gesamten Prozess: Von der statischen Berechnung über Konstruktionszeichnungen bis zur Abstimmung mit dem Bauamt Hamm – in 14–21 Tagen. Jetzt kostenlose Erstberatung anfragen.
Wann ein Standsicherheitsnachweis in Hamm erforderlich ist
Jedes Gebäude und jede bauliche Anlage in Hamm muss standsicher sein – das schreibt die BauO NRW 2018 unmissverständlich vor. Der Standsicherheitsnachweis ist dabei der rechnerische und zeichnerische Beleg, dass Ihr Bauwerk sämtliche Einwirkungen – Eigengewicht, Nutzlasten, Wind, Schnee – über seine gesamte Lebensdauer sicher abtragen kann. In Hamm verlangt das Amt für Bauordnung und Immissionsschutz, dass dieser Nachweis spätestens bei Baubeginn vorliegt.
Das gilt nicht nur für Neubauten. Ein Standsicherheitsnachweis wird unter anderem benötigt bei:
- Neubauten: Einfamilienhäuser, Mehrfamilienhäuser, Gewerbegebäude und Lagerhallen
- Umbauten und Wanddurchbrüchen: Sobald tragende Bauteile verändert werden
- Dachgeschossausbauten und Aufstockungen: Zusätzliche Lasten auf die bestehende Tragstruktur
- Anbauten: Neue Gebäudeteile, die an bestehende Konstruktionen anschließen
- Nutzungsänderungen: Wenn sich die Nutzlasten ändern, etwa bei der Umnutzung von Gewerbe zu Wohnen
- Abbruchvorhaben: Bei nicht freistehenden Gebäuden muss nachgewiesen werden, dass die Nachbarbebauung während und nach dem Abriss standsicher bleibt
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Nachweispflicht vs. Prüfpflicht: Was für Ihr Vorhaben gilt
Viele Bauherren verwechseln zwei grundlegend verschiedene Dinge: die Pflicht, einen Standsicherheitsnachweis zu erstellen, und die Pflicht, diesen Nachweis durch einen unabhängigen Sachverständigen prüfen zu lassen. In NRW regelt § 68 BauO NRW 2018 diese Unterscheidung nach Gebäudeklassen.
Nicht prüfpflichtig (Vier-Augen-Prinzip entfällt)
- Wohngebäude der Gebäudeklasse 1 und 2 einschließlich Nebengebäude und Nebenanlagen
- Freistehende landwirtschaftliche Betriebsgebäude bis zu zwei Geschossen
- Eingeschossige Gebäude mit einer Grundfläche bis 200 m² (sofern kein Sonderbau)
Für ein typisches Einfamilienhaus in Hamm bedeutet das: Der Standsicherheitsnachweis muss erstellt werden, aber Sie brauchen keinen zusätzlichen Prüfstatiker. Der qualifizierte Tragwerksplaner bescheinigt die Übereinstimmung selbst und führt stichprobenhafte Baustellenkontrollen durch.
Prüfpflichtig (Sachverständiger erforderlich)
Ab Gebäudeklasse 3 – also bei Mehrfamilienhäusern, größeren Wohngebäuden, Gewerbebauten und Sonderbauten – muss ein staatlich anerkannter Sachverständiger (saSV) den Standsicherheitsnachweis unabhängig prüfen. In NRW beauftragen Sie als Bauherr diesen Sachverständigen selbst. Wichtig: Die BauO NRW erlaubt pro Vorhaben nur einen einzigen Sachverständigen für die Prüfung der Standsicherheit. Die Kosten für die Prüfstatik liegen in der Regel unter 1 % der Baukosten.
Baugrund in Hamm: Worauf Ihr Statiker achten muss
Hamm liegt in der Lippeniederung – und das hat direkte Auswirkungen auf die Gründungsberechnung in Ihrem Standsicherheitsnachweis. In den Auenbereichen von Lippe und Ahse treten häufig weiche, bindige Böden (Auenlehme) und hohe Grundwasserstände auf. Hinzu kommt Hamms Bergbauvergangenheit: In einigen Stadtteilen können Senkungen oder Hohlräume aus dem Steinkohlebergbau den Baugrund beeinflussen.
Deshalb ist ein Baugrundgutachten in Hamm besonders wichtig. Ohne belastbare Daten zu den Bodenverhältnissen kann kein Statiker eine sichere Gründungsberechnung erstellen. Nachträgliche Änderungen der Gründung – etwa von Streifenfundamenten auf eine Pfahlgründung – kosten schnell einen fünfstelligen Betrag. Planen Sie für das Baugrundgutachten je nach Aufwand 1.000,–€ bis 2.500,–€ bei einem Einfamilienhaus ein.
Für die Lastannahmen im Standsicherheitsnachweis gilt: Hamm liegt in Windzone 1 (Grundwindgeschwindigkeit 22,5 m/s) und Schneelastzone 2. Das sind moderate Werte, die aber korrekt in die Berechnung einfließen müssen.
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Was kostet ein Standsicherheitsnachweis in Hamm?
Die Kosten hängen maßgeblich von der Komplexität Ihres Bauvorhabens, der Bauweise und dem Umfang der erforderlichen Nachweise ab. Seit dem EuGH-Urteil zur HOAI dient die Honorarordnung nur noch als Orientierung – die Honorare werden frei vereinbart. Bei Planeco Building erhalten Sie volle Preistransparenz ohne versteckte Kosten.
Typische Kostenspannen für den Standsicherheitsnachweis:
- Wanddurchbruch oder kleine Wandöffnung: ab 500,–€ netto
- Einfamilienhaus-Neubau: 2.500,–€ bis 5.500,–€ netto
- Mehrfamilienhaus: ab 9.500,–€ netto
- Gewerbegebäude und Lagerhallen: ab 9.500,–€ netto
Dazu kommen bei prüfpflichtigen Vorhaben die Kosten für den Prüfsachverständigen (ca. 2.000,–€ bis 5.000,–€, abhängig von der Rohbausumme) sowie die Baugenehmigungsgebühren der Stadt Hamm (6–13 ‰ der Rohbausumme, mindestens 50,–€). Eine detaillierte Aufschlüsselung der Statiker-Kosten finden Sie auf unserer Übersichtsseite.
Warum billig teuer werden kann
Günstige Angebote enthalten oft nur die rechnerische Statik – ohne Konstruktionszeichnungen, Bewehrungspläne oder Detailzeichnungen für Anschlüsse. Ein vollständiger Standsicherheitsnachweis umfasst aber genau diese Unterlagen. Fehlen sie, entstehen auf der Baustelle Unklarheiten, Nachforderungen des Prüfstatikers und im schlimmsten Fall Ausführungsfehler.
Ablauf: Vom Entwurf bis zur Baugenehmigung
Damit Ihr Bauvorhaben in Hamm nicht ins Stocken gerät, sollten Sie den Standsicherheitsnachweis frühzeitig einplanen. Der typische Ablauf:
- Entwurfsplanung durch den Architekten: Grundrisse, Schnitte und Ansichten bilden die Basis für die statische Berechnung.
- Baugrundgutachten beauftragen: In Hamm wegen der Bodenverhältnisse besonders früh einplanen – der Statiker braucht die Ergebnisse für die Gründungsberechnung.
- Standsicherheitsnachweis erstellen lassen: Der qualifizierte Tragwerksplaner berechnet das Tragwerk und erstellt Konstruktionszeichnungen. Bearbeitungszeit bei Planeco Building: 14–21 Tage.
- Bei prüfpflichtigen Vorhaben: Staatlich anerkannten Sachverständigen beauftragen. Die Prüfung dauert weitere 2–4 Wochen.
- Einreichung beim Bauamt Hamm: Der Standsicherheitsnachweis wird zusammen mit dem Bauantrag eingereicht – in Hamm auch digital über das Bauportal.NRW möglich.
- Bauüberwachung: Während der Ausführung kontrolliert der Tragwerksplaner stichprobenhaft die Umsetzung. Bei der Fertigstellung muss die Bescheinigung über die Bauüberwachung vorliegen.
Praxis-Tipp für NRW: Konstruktionszeichnungen, Bewehrungs- und Schalpläne können laut VV BauPrüfVO NRW auch nach Erteilung der Baugenehmigung, aber rechtzeitig vor der Bauausführung eingereicht werden. Das kann den Genehmigungsprozess um mehrere Wochen beschleunigen.
Checkliste: Erforderliche Unterlagen für den Standsicherheitsnachweis
Damit Ihr Standsicherheitsnachweis vollständig ist und keine Nachforderungen entstehen, sollten folgende Bestandteile enthalten sein:
- Darstellung des gesamten statischen Systems einschließlich Gründung
- Lastannahmen: Eigengewicht, Nutzlasten, Wind- und Schneelasten
- Statische Berechnungen: Nachweis der Tragfähigkeit und Gebrauchstauglichkeit
- Konstruktionszeichnungen: Detailpläne für tragende Bauteile und Anschlüsse
- Bewehrungs- und Schalpläne: Bei Stahlbetonkonstruktionen
- Positionspläne: Zuordnung der berechneten Bauteile im Grundriss
- Nachweis der Feuerwiderstandsfähigkeit tragender Bauteile
- Baugrundgutachten als Berechnungsgrundlage für die Gründung
Beim Bauamt Hamm können je nach Vorhaben und Standort weitere Unterlagen gefordert werden. Planeco Building stimmt den Leistungsumfang im Rahmen der kostenlosen Erstberatung direkt auf Ihr Vorhaben ab – mit über 1.400 erfolgreichen Bauanträgen bundesweit und lokaler Expertise in Hamm.
Häufige Fehler, die Ihr Bauvorhaben verzögern
Aus der Projektpraxis kennen wir drei Fehler, die in Hamm besonders häufig auftreten:
- Statiker zu spät beauftragt: Wer den Tragwerksplaner erst kurz vor Bauantragstellung einbindet, verliert Wochen. Idealerweise beginnt die statische Vorplanung bereits parallel zur Entwurfsplanung.
- Kein Baugrundgutachten: Gerade in Hamm führt das Weglassen des Bodengutachtens zu bösen Überraschungen bei der Gründung – und zu teuren Umplanungen.
- Verwechslung von Nachweispflicht und Prüfpflicht: Dass Ihr Einfamilienhaus (GK 1–2) nicht prüfpflichtig ist, bedeutet nicht, dass Sie keinen Standsicherheitsnachweis brauchen. Die Verantwortung für die Standsicherheit liegt immer beim Bauherrn.
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