Was passiert, wenn der Baugrund unter Ihrem geplanten Haus in Herne durch Jahrzehnte Steinkohlebergbau verändert wurde – und Ihr Standsicherheitsnachweis das nicht berücksichtigt? Genau diese Frage stellt sich bei fast jedem Bauvorhaben in Herne. Hier erfahren Sie, welche Anforderungen gelten, mit welchen Kosten Sie rechnen müssen und wie Sie den Prozess effizient steuern.
Das Thema kurz und kompakt
- Pflicht für jedes genehmigungspflichtige Bauvorhaben: In Herne muss ein Standsicherheitsnachweis nach § 68 BauO NRW erstellt werden – auch bei Einfamilienhäusern der Gebäudeklasse 1–2 entfällt nur die externe Prüfung, nicht der Nachweis selbst.
- Bergbaufolgen erfordern ein Baugrundgutachten: Historische Bergsenkungen und steigende Grubenwasserspiegel verändern die Gründungsbedingungen. Ohne aktuelle Bodendaten riskieren Sie Umplanungen und Mehrkosten.
- Kosten realistisch einplanen: Für ein Einfamilienhaus liegen die Kosten bei 2.500–5.500 € netto, hinzu kommen Baugrundgutachten (1.000–3.000 €) und ggf. Prüfstatik – Bestandsgebäude mit Bergschäden können den Aufwand um 20–30 % erhöhen.
- Planeco Building übernimmt den gesamten Prozess: Von der Erstellung über die Koordination mit Prüfsachverständigen bis zur Einreichung – in 14–21 Tagen nach Vorliegen aller Unterlagen. Jetzt Angebot anfragen.
Standsicherheitsnachweis in Herne: Was Bergbaufolgen für Ihr Bauvorhaben bedeuten
Herne gehört zu den Städten im Ruhrgebiet, in denen der Untergrund über Jahrzehnte durch Steinkohlebergbau verändert wurde. Historische Senkungen von bis zu fünf Metern im Emscherraum zwischen Herne und Gelsenkirchen sind dokumentiert (LWL – Bergsenkungen im Ruhrgebiet). Das hat direkte Konsequenzen für jeden Standsicherheitsnachweis: Wer in Herne baut oder umbaut, muss mit besonderen Boden- und Grundwasserverhältnissen rechnen – und diese im statischen Nachweis berücksichtigen.
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Wann ist ein Standsicherheitsnachweis in Herne Pflicht?
Grundsätzlich gilt: Jedes genehmigungspflichtige Bauvorhaben in Herne erfordert einen Standsicherheitsnachweis. Das regelt § 68 BauO NRW 2018. Auch bei der Genehmigungsfreistellung nach § 63 BauO NRW bleibt die Pflicht bestehen – der Nachweis muss dann sogar von einem staatlich anerkannten Sachverständigen (saSV) geprüft werden (Bauportal NRW).
Typische Bauvorhaben, die in Herne einen Standsicherheitsnachweis erfordern:
- Neubau eines Ein- oder Mehrfamilienhauses
- Wanddurchbruch oder Entfernung tragender Wände
- Dachausbau oder Aufstockung – Prüfung, ob die bestehende Tragstruktur die Zusatzlasten aufnimmt
- Nutzungsänderung – z. B. von Gewerbe zu Wohnen, da sich die Nutzlasten ändern
- Anbau oder Erweiterung eines bestehenden Gebäudes
Nur bei verfahrensfreien Vorhaben (z. B. bestimmte Garagen, Gartenhäuser) entfällt die Pflicht zur Vorlage komplett.
Prüfpflicht nach Gebäudeklassen in NRW
Ob Ihr Standsicherheitsnachweis zusätzlich von einem saSV geprüft werden muss, hängt von der Gebäudeklasse ab:
- GK 1–2 (z. B. freistehendes Einfamilienhaus bis 7 m Höhe, max. 2 Nutzungseinheiten): Nachweis muss erstellt werden, aber keine Prüfpflicht durch saSV. Ein qualifizierter Tragwerksplaner bescheinigt die Übereinstimmung mit der Bauausführung.
- GK 3 (sonstige Gebäude bis 7 m Höhe): Prüfpflichtig, sofern kein reines Wohngebäude der GK 1–2.
- GK 4–5 (Gebäude bis 13 m bzw. darüber, Sonderbauten): Immer prüfpflichtig durch einen staatlich anerkannten Sachverständigen.
Häufiger Irrtum: Viele Bauherren von Einfamilienhäusern glauben, sie bräuchten gar keine Statik. Tatsächlich entfällt nur die externe Prüfung – der Standsicherheitsnachweis selbst muss trotzdem erstellt und bei der Bauaufsichtsbehörde eingereicht werden.
Bergbaufolgen in Herne: Warum der Baugrund besondere Aufmerksamkeit braucht
In Herne ist ein Baugrundgutachten keine Kür, sondern dringende Empfehlung. Bergsenkungen haben die Bodenschichten vertikal verschoben (BBK – Bergsenkung). Hinzu kommt: Nach dem Ende des aktiven Bergbaus steigt das Grubenwasser wieder an, was den Grundwasserspiegel verändert und Bodenhebungen auslösen kann (Wikipedia – Bergschaden).
Konkret bedeutet das für Ihren Standsicherheitsnachweis:
- Gründungsbemessung: Anschüttungen geringer Lagerungsdichte – etwa in ehemaligen Ziegeleigruben wie in Herne-Wanne – können als Baugrund ungeeignet sein und besondere Gründungsmaßnahmen erfordern (Geotechnischer Bericht Herne).
- Veränderte Grundwasserverhältnisse: Der Tragwerksplaner muss aktuelle Wasserstände in die Berechnung einbeziehen – nicht historische Werte.
- Bestandsgebäude: Bei Umbauten sollten Sie Bergschadensdokumentation und Altstatiken beschaffen. Typische Anzeichen für Bergschäden sind Risse in der Fassade, absinkende Grundstücke oder klemmende Türen (Wirtschaft NRW – Bergschäden).
Diese Faktoren können die Kosten für den Standsicherheitsnachweis erhöhen – dafür verhindern sie aber ungleich teurere Folgeschäden.
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Ablauf: Vom Bauvorhaben zum genehmigten Standsicherheitsnachweis
- Bauberatung beim Fachbereich Bauordnung Herne: Die Stadt Herne bietet dienstags im Technischen Rathaus (Langekampstraße 36) Bauberatung an – Terminvereinbarung unter 0 23 23 / 16 - 30 54 (Stadt Herne – Privates Bauen). Klären Sie hier, ob Ihr Vorhaben genehmigungspflichtig ist und welche Nachweise benötigt werden.
- Tragwerksplaner beauftragen: Idealerweise parallel zum Architekten – nicht erst nach der Entwurfsplanung. So lassen sich statisch ungünstige Entwürfe frühzeitig korrigieren.
- Standsicherheitsnachweis erstellen lassen: Auf Basis der Entwurfsplanung und – in Herne besonders wichtig – des Baugrundgutachtens.
- Prüfung durch saSV (bei prüfpflichtigen Vorhaben): Sie als Bauherr beauftragen den Sachverständigen selbst. Die Kosten für den Prüfstatiker liegen in der Regel unter 1 % der Baukosten.
- Einreichung bei der Bauaufsichtsbehörde: In NRW muss der geprüfte Nachweis spätestens mit der Anzeige des Baubeginns vorliegen.
- Stichprobenhafte Baukontrolle: Während der Bauausführung kontrolliert der saSV oder qualifizierte Tragwerksplaner, ob die Umsetzung den geprüften Unterlagen entspricht.
Planeco Building bildet diesen gesamten Prozess ab – von der Erstellung des Standsicherheitsnachweises über die Koordination mit Prüfsachverständigen bis zur Einreichung. Bearbeitungszeit: 14–21 Tage nach Vorliegen aller Unterlagen.
Was kostet ein Standsicherheitsnachweis in Herne?
Die Kosten richten sich nach Gebäudetyp, Komplexität und Gründungsaufwand. Orientierungswerte bei Planeco Building:
- Wanddurchbruch / kleine Eingriffe: ab 500,–€ netto
- Einfamilienhaus-Neubau (GK 1–2): 2.500–5.500,–€ netto
- Mehrfamilienhaus (GK 3–5): ab 9.500,–€ netto
- Gewerbebauten / Lagerhallen: ab 9.500,–€ netto
Zusatzkosten, die Sie einplanen sollten:
- Baugrundgutachten: In Herne wegen der Bergbaufolgen fast immer sinnvoll – rechnen Sie mit 1.000–3.000,–€ je nach Grundstücksgröße und Untersuchungstiefe.
- Prüfstatik durch saSV: Bei prüfpflichtigen Vorhaben zusätzlich erforderlich. Die Gebühren richten sich nach der AVwGebO NRW.
- Zuschläge bei Bestandsgebäuden: Fehlende Altstatiken, unbekannte Materialien oder Bergschäden können den Aufwand um 20–30 % erhöhen.
Seit dem EuGH-Urteil von 2019 sind die HOAI-Mindestsätze nicht mehr bindend – Honorare sind frei verhandelbar. Die HOAI dient aber weiterhin als Orientierung für angemessene Vergütung.
Die 5 häufigsten Fehler beim Standsicherheitsnachweis in Herne
- Bergbau-Problematik unterschätzen: Wer in Herne ohne Baugrundgutachten plant, riskiert nachträgliche Umplanungen der Gründung – mit Kosten- und Zeitfolgen.
- Erstellung und Prüfung verwechseln: Der Tragwerksplaner erstellt den Nachweis, der saSV prüft ihn. Beides muss von unterschiedlichen Personen erfolgen.
- Prüfpflicht falsch einschätzen: Auch für ein Einfamilienhaus (GK 1–2) muss ein Standsicherheitsnachweis erstellt werden – nur die externe Prüfung entfällt.
- Tragwerksplaner zu spät beauftragen: Der Nachweis bildet die Grundlage für Bewehrungspläne und Ausführungsplanung. Späte Beauftragung verzögert den gesamten Bauzeitplan.
- Nur auf den günstigsten Preis achten: Ein unvollständiger Nachweis – etwa ohne klare Angaben zur Auflagerung eines Trägers – führt zu Nachfragen vom Prüfstatiker, Bauverzögerungen und Mehrkosten.
Wer erstellt den Standsicherheitsnachweis – und wie finden Sie den richtigen Statiker?
In NRW dürfen Standsicherheitsnachweise nur von qualifizierten Tragwerksplanern erstellt werden, die bei der Architektenkammer NRW (AKNW) oder der Ingenieurkammer-Bau NRW eingetragen sind (§ 54 Abs. 4 BauO NRW 2018). Die Prüfung übernehmen staatlich anerkannte Sachverständige, die von der Ingenieurkammer-Bau NRW ernannt werden.
Worauf Sie bei der Auswahl achten sollten:
- Kammereintrag prüfen: Nur eingetragene Tragwerksplaner sind berechtigt.
- Erfahrung mit Bergbauregionen: In Herne ist das kein Nice-to-have, sondern entscheidend für die Qualität der Gründungsbemessung.
- Transparente Kostenstruktur: Klären Sie vorab, was im Leistungsumfang enthalten ist – Schal- und Bewehrungspläne, Positionspläne und die Übereinstimmungsbescheinigung sollten nicht als Extras berechnet werden.
Planeco Building arbeitet bundesweit mit qualifizierten Tragwerksplanern zusammen, die auch mit den Besonderheiten von Bergbauregionen vertraut sind. Über 1.400 erfolgreiche Bauanträge belegen die Erfahrung – bei voller Preistransparenz und ohne versteckte Kosten.
Besonderheit in Herne: Klima-Check seit 2024
Seit dem 1. Januar 2024 verlangt die Stadt Herne einen Klima-Check für private Bauvorhaben, der mit den Bauantragsunterlagen eingereicht werden muss (Serviceportal Stadt Herne). Dieser ist kein Bestandteil des Standsicherheitsnachweises, muss aber parallel vorbereitet werden. Planen Sie diesen Schritt in Ihren Zeitplan ein, damit er nicht zum Engpass wird.








