Was passiert, wenn der Baugrund unter Ihrem geplanten Neubau in Herbede von historischen Stollen durchzogen ist, die in keiner Karte verzeichnet sind? In Witten ist das keine theoretische Frage – der Altbergbau prägt die Gründungsplanung im gesamten Stadtgebiet. Wer hier einen Standsicherheitsnachweis braucht, muss mehr bedenken als nur Lastannahmen und Gebäudeklassen.
Das Thema kurz und kompakt
- Immer Pflicht: Ein Standsicherheitsnachweis ist bei jedem Bauvorhaben in Witten erforderlich – auch bei verfahrensfreien Maßnahmen wie Wanddurchbrüchen entfällt nur die Genehmigungspflicht, nicht die Nachweispflicht nach § 12 BauO NRW.
- Altbergbau einplanen: Ein Baugrundgutachten mit Altbergbau-Recherche bei der Bezirksregierung Arnsberg ist in Witten faktisch unverzichtbar, da historische Hohlräume die Gründungsplanung und Kosten erheblich beeinflussen können.
- Prüfpflicht beachten: Ab Gebäudeklasse 3 muss ein staatlich anerkannter Sachverständiger die Statik unabhängig prüfen – das kostet zusätzlich 30–50 % der Nachweiskosten und dauert 4–8 Wochen.
- Statiker über Planeco Building finden: Planeco Building vermittelt qualifizierte Tragwerksplaner, die den vollständigen Standsicherheitsnachweis inklusive aller Ausführungspläne innerhalb von 14–21 Tagen erstellen – jetzt Angebot anfragen.
Standsicherheitsnachweis in Witten: Pflicht, Ablauf und was der Altbergbau damit zu tun hat
Wer in Witten baut, umbaut oder eine Nutzungsänderung plant, braucht einen Standsicherheitsnachweis – ausnahmslos. Das gilt für den Einfamilienhaus-Neubau in Herbede genauso wie für den Wanddurchbruch in einem Gründerzeithaus in der Innenstadt. Entscheidend ist nicht, ob Sie einen Nachweis brauchen, sondern welchen Umfang er hat, ob er zusätzlich geprüft werden muss und welche Wittener Besonderheiten Ihre Gründungsplanung beeinflussen.
[[statiker]]
Wann wird ein Standsicherheitsnachweis in Witten benötigt?
Ein Standsicherheitsnachweis ist immer dann Pflicht, wenn Tragstrukturen eines Gebäudes betroffen sind – sei es durch Neubau, Veränderung oder veränderte Belastung. Die häufigsten Anlässe in der Praxis:
- Neubau: Einfamilienhaus, Doppelhaus, Mehrfamilienhaus oder Gewerbegebäude
- Wanddurchbruch oder Entfernung tragender Wände: Bereits ein einzelner Durchbruch erfordert den rechnerischen Nachweis, dass die Lastabtragung weiterhin funktioniert
- Aufstockung oder Anbau: Bestehende Fundamente und Wände müssen die zusätzliche Last tragen können
- Dachausbau: Veränderte Nutzlasten im Dachgeschoss erfordern die Überprüfung der gesamten Lastabtragung
- Nutzungsänderung: Wird z. B. eine Lagerfläche zur Gastronomie, ändern sich die Nutzlasten erheblich – ein neuer Nachweis ist zwingend
- Bestandsbewertung bei Altbauten: Vor allem bei sichtbaren Rissen, Setzungen oder geplanten Sanierungen
Auch bei verfahrensfreien Bauvorhaben nach § 62 BauO NRW 2018 entfällt zwar die Genehmigungspflicht – nicht aber die Pflicht zur Standsicherheit nach § 12 BauO NRW.
Rechtliche Grundlage: BauO NRW 2018 und Prüfpflicht nach Gebäudeklasse
Die zentrale Norm ist § 68 BauO NRW 2018: Für genehmigungspflichtige Bauvorhaben muss die Einhaltung der Standsicherheit nachgewiesen werden. Ob dieser Nachweis zusätzlich durch einen staatlich anerkannten Sachverständigen (saSV) geprüft werden muss, hängt von der Gebäudeklasse ab:
Nicht prüfpflichtig (Gebäudeklasse 1 und 2)
- GK 1: Freistehende Gebäude bis 7 m Höhe, max. 2 Nutzungseinheiten, insgesamt max. 400 m²
- GK 2: Wie GK 1, aber nicht freistehend (z. B. Doppelhaushälfte, Reihenhaus)
Hier genügt die Erstellung durch einen qualifizierten Tragwerksplaner, der zusätzlich die Bauausführung stichprobenhaft kontrolliert. Ein separater Prüfstatiker ist nicht erforderlich.
Prüfpflichtig (ab Gebäudeklasse 3)
- GK 3: Gebäude bis 13 m Höhe, Nutzungseinheiten jeweils max. 400 m² pro Geschoss
- GK 4 und 5: Größere Gebäude und Hochhäuser
- Sonderbauten: Versammlungsstätten, Verkaufsstätten, Gaststätten ab bestimmter Größe
Bei prüfpflichtigen Vorhaben muss ein saSV die Statik unabhängig prüfen und eine Bescheinigung ausstellen. Diese Sachverständigen werden von der Ingenieurkammer-Bau NRW anerkannt. Die Kosten für den Prüfstatiker kommen zu den Kosten des Tragwerksplaners hinzu – ein Punkt, den viele Bauherren bei der Budgetplanung übersehen.
NRW-Besonderheit: Einreichung erst zur Baubeginnanzeige
Anders als in vielen Bundesländern muss der Standsicherheitsnachweis in NRW nicht mit dem Bauantrag eingereicht werden. Laut § 68 BauO NRW genügt die Vorlage spätestens mit der Baubeginnanzeige. Das verschafft zeitlichen Spielraum – birgt aber das Risiko, dass statische Probleme erst spät erkannt werden und teure Planungsänderungen nach sich ziehen. Deshalb empfiehlt sich die frühzeitige Beauftragung des Tragwerksplaners, idealerweise parallel zur Entwurfsplanung.
[[statiker-klein]]
Altbergbau in Witten: Warum der Baugrund besondere Aufmerksamkeit braucht
Witten war einer der Ausgangspunkte des Ruhrbergbaus. Im Muttental wurde bereits im Mittelalter Steinkohle abgebaut. Die Folge: Im gesamten Stadtgebiet können oberflächennahe Hohlräume, unverfüllte Schächte und Bergsenkungen den Baugrund beeinflussen. Vor allem in Bereichen, die vor 1865 – also vor der Kartierungspflicht durch das Preußische Berggesetz – abgebaut wurden, fehlen häufig verlässliche Dokumentationen.
Für den Standsicherheitsnachweis bedeutet das konkret:
- Baugrundgutachten: In Witten faktisch unverzichtbar, nicht optional. Es muss die Altbergbausituation explizit bewerten.
- Altbergbau-Auskunft: Vor jeder Baumaßnahme sollte eine Anfrage bei der Bezirksregierung Arnsberg (Abteilung Bergbau und Energie) gestellt werden. Diese führt ein Altbergbau-Informationssystem mit historischen Abbaudaten.
- Gründungsplanung: Je nach Ergebnis können aufwändigere Gründungsmaßnahmen nötig werden – etwa Tiefgründungen oder verstärkte Bodenplatten – die den Standsicherheitsnachweis und die Kosten direkt beeinflussen.
Wer diesen Schritt auslässt, riskiert, dass der Standsicherheitsnachweis auf falschen Baugrundannahmen basiert – mit potenziell gravierenden Folgen für die Tragfähigkeit des Gebäudes.
Ablauf: So entsteht Ihr Standsicherheitsnachweis
- Tragwerksplaner beauftragen: Idealerweise bereits in der Entwurfsphase, damit statische Anforderungen frühzeitig in die Planung einfließen. Planeco Building übernimmt die Vermittlung und Koordination eines qualifizierten Tragwerksplaners – bundesweit, auch in Witten.
- Baugrundgutachten einholen: In Witten inklusive Altbergbau-Recherche bei der Bezirksregierung Arnsberg.
- Standsicherheitsnachweis erstellen: Der Tragwerksplaner berechnet Lastannahmen, statisches System und Bemessung aller tragenden Bauteile. Der vollständige Nachweis umfasst neben den Berechnungen auch Konstruktionszeichnungen, Bewehrungs- und Schalpläne sowie den Nachweis der Feuerwiderstandsfähigkeit tragender Bauteile gemäß § 8 BauPrüfVO NRW.
- Prüfung durch saSV (falls prüfpflichtig): Bei Gebäudeklasse 3 und höher beauftragt der Bauherr einen staatlich anerkannten Sachverständigen mit der Prüfung. Dauer: 4–8 Wochen je nach Komplexität.
- Baubeginnanzeige einreichen: Spätestens jetzt müssen Standsicherheitsnachweis und ggf. Prüfbescheinigung beim Bauordnungsamt Witten vorliegen.
- Stichprobenhafte Kontrolle der Bauausführung: Auch bei nicht prüfpflichtigen Vorhaben muss der Tragwerksplaner die Übereinstimmung der Bauausführung mit dem Standsicherheitsnachweis auf der Baustelle kontrollieren.
Bei Planeco Building liegt die typische Bearbeitungszeit für den Standsicherheitsnachweis bei 14–21 Tagen – vorausgesetzt, alle Grundlagen (Architektenplanung, Baugrundgutachten) liegen vor.
Was kostet ein Standsicherheitsnachweis in Witten?
Die Kosten hängen von Projekttyp, Gebäudeklasse und Komplexität ab. Orientierungswerte:
- Wanddurchbruch / kleine Wandöffnung: ab 500,–€ netto
- Einfamilienhaus-Neubau (GK 1–2): 2.500,–€ bis 5.500,–€ netto
- Mehrfamilienhaus (GK 3+): ab 9.500,–€ netto
- Lagerhalle / Gewerbegebäude: ab 9.500,–€ netto
Bei prüfpflichtigen Vorhaben kommen die Kosten für den Prüfstatiker hinzu. Diese richten sich nach der SV-VO NRW und liegen erfahrungsgemäß bei 30–50 % der Kosten des Standsicherheitsnachweises. Für ein Mehrfamilienhaus können so schnell 3.000,–€ bis 5.000,–€ netto zusätzlich anfallen.
Weitere Kostenfaktoren in Witten:
- Bestandsgebäude ohne vorhandene Statik: Der Tragwerksplaner muss den Bestand aufnehmen und bewerten – Aufschlag von ca. 20–33 % auf die Grundkosten
- Altbergbau-bedingte Sondergründung: Kann die Kosten für Gründungsplanung und Nachweis erheblich erhöhen
Wichtig: Ein günstiger Standsicherheitsnachweis, der nur die reine Berechnung enthält, aber keine Konstruktionszeichnungen oder Bewehrungspläne, verursacht auf der Baustelle Nachfragen, Verzögerungen und im schlimmsten Fall Ausführungsfehler. Der vollständige Nachweis inklusive aller Ausführungspläne ist die wirtschaftlichere Lösung.
Checkliste: Was gehört zum vollständigen Standsicherheitsnachweis?
- Darstellung des statischen Systems: Alle tragenden Bauteile, Lastabtragung von Dach bis Fundament
- Lastannahmen: Eigengewicht, Nutzlasten, Wind- und Schneelasten, ggf. Erdbeben- und Altbergbaulasten
- Statische Berechnungen: Nachweis der Tragfähigkeit (GZT) und Gebrauchstauglichkeit (GZG) aller Bauteile
- Nachweis der Feuerwiderstandsfähigkeit: Für alle tragenden Bauteile
- Angaben zum Baugrund: Beschaffenheit und Tragfähigkeit, basierend auf dem Baugrundgutachten
- Konstruktionszeichnungen: Detaildarstellungen von Anschlüssen, Auflagern, Verbindungen
- Bewehrungs- und Schalpläne: Für alle Stahlbetonbauteile
Fehlt eine dieser Komponenten, ist der Nachweis unvollständig – und das Bauordnungsamt Witten wird nachfordern. Planeco Building liefert den Standsicherheitsnachweis grundsätzlich als vollständiges Paket inklusive aller Ausführungspläne, abgestimmt auf die Anforderungen der Architektenplanung und die Vorgaben der BauO NRW 2018.








