Wer in Dormagen einen Anbau plant, eine tragende Wand entfernen möchte oder das Dachgeschoss ausbauen will, braucht einen qualifizierten Tragwerksplaner: einen Statiker, der nach § 54 Abs. 4 BauO NRW 2018 offiziell zur Erstellung von Standsicherheitsnachweisen berechtigt ist. Nicht jeder Ingenieur mit Statik-Kenntnissen darf diese Nachweise unterschreiben, und ein fehlender Eintrag in der entsprechenden Liste kann für Bauherren teuer werden, wenn das Bauamt den Nachweis zurückweist. Dieser Ratgeber zeigt, wie Sie einen qualifizierten Statiker finden, woran Sie die Berechtigung erkennen und was ein Standsicherheitsnachweis in Dormagen kostet.
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Wann brauchen Sie in Dormagen einen Statiker?
Nicht jedes Bauvorhaben erfordert einen Statiker, aber sobald Sie in die Tragstruktur eines Gebäudes eingreifen, ist ein Standsicherheitsnachweis Pflicht, unabhängig davon, ob dafür eine Baugenehmigung nötig ist. Diese Unterscheidung wird häufig übersehen und führt in der Praxis zu Verzögerungen, wenn der Statiker erst nachträglich eingebunden wird.
- Neubau oder Anbau: Jedes neue Gebäude sowie Anbauten benötigen einen vollständigen Standsicherheitsnachweis für das gesamte Tragwerk.
- Entfernung tragender Wände: Auch ein einzelner Wanddurchbruch verändert den Lastfluss im Gebäude und muss statisch nachgewiesen werden.
- Dachausbau und Aufstockung: Zusätzliche Geschosse oder ausgebaute Dachgeschosse erhöhen die Lasten auf das bestehende Tragwerk erheblich.
- Nutzungsänderungen mit Laständerung: Wird beispielsweise ein Keller zu Wohnraum oder eine Lagerfläche zu einer Praxis mit schwerem Inventar, muss geprüft werden, ob die vorhandene Statik die neue Nutzung trägt. Mehr dazu finden Sie auf unserer Seite zur Nutzungsänderung.
- Risse und Setzungsschäden: Bei Altbauten mit sichtbaren Rissen oder Verformungen klärt ein Statiker, ob die Standsicherheit noch gegeben ist.
Eine wichtige Klarstellung für Dormagener Bauherren: Seit dem 1. Januar 2024 sind auch Wohngebäude der Gebäudeklasse 4 unter bestimmten Voraussetzungen genehmigungsfrei gestellt, und mit der aktuellen Novelle der Landesbauordnung NRW wurden weitere Vorhaben wie Dachgeschossausbauten von der Genehmigungspflicht befreit. Das ändert jedoch nichts an der Pflicht zum Standsicherheitsnachweis: Die formale Genehmigungsfreistellung entbindet nicht von der statischen Nachweispflicht, die Verantwortung liegt dann vollständig bei Bauherr und Entwurfsverfasser. Details zur aktuellen Rechtslage finden Sie bei der Landesregierung NRW.
Statiker, Architekt oder Bauingenieur: Wer macht was?
Bauherren verwechseln häufig die Zuständigkeiten der einzelnen Fachplaner. Eine klare Abgrenzung hilft, von Anfang an die richtigen Experten einzubinden:
- Der Architekt entwirft das Gebäude, erstellt die Baupläne und übernimmt in der Regel die Rolle des Entwurfsverfassers gegenüber dem Bauamt. Mehr zu diesem Berufsbild lesen Sie auf unserer Architekten-Seite.
- Der Statiker (Tragwerksplaner) berechnet, ob die geplante oder bestehende Konstruktion den auftretenden Lasten standhält, und erstellt den Standsicherheitsnachweis.
- Der Bauingenieur ist der Oberbegriff für verschiedene technische Fachrichtungen, zu denen auch die Tragwerksplanung gehört.
In der Praxis arbeiten Architekt und Statiker eng zusammen, da bauliche Entscheidungen direkte Auswirkungen auf die Tragstruktur haben. Wie diese Zusammenarbeit konkret abläuft, erklären wir im Beitrag Zusammenarbeit zwischen Architekt und Statiker.
Wer darf in NRW überhaupt Standsicherheitsnachweise erstellen?
Das ist der Punkt, an dem viele Bauherren unsicher sind: Standsicherheitsnachweise dürfen in Nordrhein-Westfalen nur von Personen erstellt werden, die als qualifizierte Tragwerksplaner in einer besonderen Liste bei der Architektenkammer NRW oder der Ingenieurkammer-Bau NRW eingetragen sind. Diese Regelung gilt gemäß § 54 Abs. 4 BauO NRW seit dem 1. Januar 2019 und ist im aktuellen Praxishinweis der Architektenkammer NRW nachzulesen.
Voraussetzung für die Eintragung ist ein einschlägiges Hochschulstudium (Architektur, Hochbau oder Bauingenieurwesen) sowie eine mindestens dreijährige Berufserfahrung in der Tragwerksplanung. Wer diese Eintragung nicht besitzt, darf auch mit langjähriger Statik-Erfahrung keinen rechtsverbindlichen Standsicherheitsnachweis unterschreiben.
Die Konsequenzen bei Verstößen sind kein theoretisches Risiko: Wer ohne Eintragung tätig wird, begeht eine Ordnungswidrigkeit, die nach § 86 BauO NRW mit einer Geldbuße von bis zu 100.000,–€ geahndet werden kann. Die Architektenkammer NRW hat bereits Verweise und Bußgelder gegen Mitglieder ausgesprochen, die Standsicherheitsnachweise ohne entsprechende Eintragung bei der Bauaufsicht eingereicht hatten.
Praktische Prüfmöglichkeit: Über die Ingenieursuche der Ingenieurkammer-Bau NRW können Sie die Eintragung eines Statikers direkt online überprüfen, bevor Sie einen Auftrag vergeben. Diese Kammer mit Sitz in Düsseldorf ist mit rund 11.000 Mitgliedern die mitgliederstärkste Ingenieurkammer Deutschlands und liegt in unmittelbarer Nähe zu Dormagen, was die Verfügbarkeit qualifizierter Tragwerksplaner in der Region begünstigt.
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Erstellungspflicht vs. Prüfpflicht: der oft übersehene Unterschied
Ein zentraler Punkt, den viele Bauherren erst nach Rückfrage vom Bauamt verstehen: Die Pflicht zur Erstellung eines Standsicherheitsnachweises ist etwas anderes als die Pflicht zur unabhängigen Prüfung durch einen staatlich anerkannten Sachverständigen. In NRW hängt das vom Gebäudetyp ab:
- Gebäudeklasse 1–2 (freistehende Einfamilienhäuser, Doppelhaushälften bis 7 m Höhe): Der Standsicherheitsnachweis muss erstellt und eingereicht werden, eine zusätzliche Prüfung durch einen unabhängigen Sachverständigen ist in der Regel nicht erforderlich.
- Gebäudeklasse 3 (z. B. Mehrfamilienhäuser bis 13 m Höhe): Der Nachweis ist ebenfalls Pflicht, das Bauamt kann hier zusätzlich eine unabhängige Prüfung verlangen.
Auch im vereinfachten Baugenehmigungsverfahren nach § 64 BauO NRW entfällt zwar die behördliche Prüfung der Statik, die Pflicht zur Erstellung und Einreichung des Nachweises bleibt jedoch bestehen. Wenn Sie unsicher sind, ob Ihr konkretes Vorhaben eine Prüfung erfordert, gibt Ihnen unsere Seite zum Standsicherheitsnachweis eine detaillierte Einordnung nach Gebäudeklasse.
Statiker in Dormagen finden: drei praktikable Wege
Für die konkrete Suche nach einem qualifizierten Tragwerksplaner in Dormagen und Umgebung stehen Ihnen grundsätzlich drei Wege offen:
- Persönliche Empfehlung: Architekten, Bauunternehmen oder das Baubürgerbüro der Stadt Dormagen können häufig Kontakte zu regional tätigen Tragwerksplanern vermitteln. Dieser Weg ist besonders bei kleineren Umbauten mit lokalem Bezug bewährt.
- Ingenieurkammer-Suche: Die Online-Datenbank der Ingenieurkammer-Bau NRW listet alle eingetragenen qualifizierten Tragwerksplaner mit Namen und Adresse auf und ist die verlässlichste Quelle, um die Berechtigung direkt zu prüfen.
- Digitales Planungsbüro mit bundesweitem Service: Anbieter wie Planeco Building bündeln Architektur, Statik und die Kommunikation mit der Bauaufsicht in einem Prozess, was insbesondere dann Zeit spart, wenn Genehmigung und Standsicherheitsnachweis parallel benötigt werden.
Ein Punkt, der bei der Wahl zwischen lokalem und überregionalem Anbieter oft überschätzt wird: die persönliche Anwesenheit bei Bewehrungsabnahmen auf der Baustelle. In der Praxis lässt sich dieser Termin über klare Terminabsprachen und, wo nötig, lokale Kooperationspartner koordinieren, sodass die fachliche Qualität des Nachweises nicht von der Postleitzahl des Büros abhängt.
Worauf Sie bei der Auswahl achten sollten
Neben der formalen Berechtigung sind folgende Kriterien für die Auswahl entscheidend:
- Eingetragene Qualifikation: Prüfen Sie die Eintragung in der Liste der qualifizierten Tragwerksplaner, bevor Sie einen Auftrag vergeben.
- Erfahrung mit vergleichbaren Projekten: Ein Statiker, der bereits ähnliche Vorhaben (Altbau, Anbau, Nutzungsänderung) bearbeitet hat, kann Risiken frühzeitiger einschätzen.
- Transparente Honorarvereinbarung: Vor Beauftragung sollte schriftlich festgehalten werden, welche Honorarzone, welche Leistungsphasen und welcher Stundensatz für Zusatzleistungen gelten.
- Verfügbarkeit und Reaktionszeit: Gerade bei laufenden Bauvorhaben zählt, wie schnell der Statiker auf Rückfragen des Bauamts reagieren kann.
Was kostet ein Statiker in Dormagen?
Die Kosten für einen Standsicherheitsnachweis richten sich nach der HOAI-Honorarordnung, wobei Tragwerksplaner ihre Preise seit 2019 frei verhandeln können. Übliche Stundensätze liegen bei 80,–€ bis 120,–€ netto pro Stunde. Einfamilienhäuser werden in der Praxis meist in Honorarzone II oder III eingeordnet, abhängig vom architektonischen Anspruch und den Anforderungen an das Tragwerk.
Bei Bestandsprojekten fallen zusätzliche Zuschläge an: Umbauten oder Nutzungsänderungen führen in der Regel zu Aufschlägen von 20 % bis 33 %, da fehlende Bestandspläne oder unklare Bauweisen den Berechnungsaufwand erhöhen. Wird beispielsweise ein Keller künftig als Wohnraum genutzt, gelten zudem höhere Anforderungen an Feuchteschutz und Statik, was ebenfalls eine höhere Honorarzone zur Folge haben kann. Eine detaillierte Aufschlüsselung nach Projekttyp finden Sie auf unserer Seite Statiker Kosten.
So läuft die Beauftragung ab
Der Weg vom ersten Kontakt bis zum fertigen Standsicherheitsnachweis folgt in der Regel diesem Ablauf:
- Erstberatung: Klärung des Vorhabens und erste Einschätzung, ob und in welchem Umfang ein Standsicherheitsnachweis erforderlich ist.
- Unterlagenprüfung: Sichtung vorhandener Bestandspläne, Baubeschreibungen und gegebenenfalls Vor-Ort-Aufmaß bei fehlenden Unterlagen.
- Angebot: Transparente Kostenübersicht auf Basis von Honorarzone und Leistungsumfang.
- Berechnung und Nachweiserstellung: Statische Berechnung des Tragwerks und Ausarbeitung des Nachweises in der für die Bauaufsicht erforderlichen Form.
- Einreichung: Übergabe des Nachweises an den Entwurfsverfasser zur Einreichung bei der zuständigen Bauaufsichtsbehörde in Dormagen.
Checkliste: Diese Unterlagen benötigt Ihr Statiker
Damit die Berechnung zügig starten kann, sollten folgende Unterlagen möglichst vollständig vorliegen:
- Bestandspläne (Grundrisse, Schnitte, Ansichten) des betroffenen Gebäudes
- Baubeschreibung des geplanten Vorhabens
- Angaben zur geplanten Nutzung und den daraus resultierenden Lasten
- Bei Bestandsbauten: vorhandene alte Statikunterlagen oder Baugenehmigungen, sofern verfügbar
- Bodengutachten, sofern für das Vorhaben erforderlich
Fehlen Bestandspläne vollständig, ist ein zusätzlicher Aufwand für Vor-Ort-Aufmaß einzuplanen, der sich in den bereits erwähnten Zuschlägen für Bestandsprojekte widerspiegelt.
Statik-Koordination bei mehreren Projekten
Für Bauträger, Immobilienportfolio-Halter und gewerbliche Investoren, die mehrere Objekte gleichzeitig entwickeln oder umnutzen, lohnt sich ein zentraler Ansprechpartner für Architektur und Statik. Statt für jedes Objekt einzeln einen lokalen Statiker zu beauftragen, lässt sich über einen bundesweiten Partner die Kommunikation mit unterschiedlichen Bauaufsichtsbehörden bündeln, was insbesondere bei parallelen Nutzungsänderungen an mehreren Standorten Zeit spart. Planeco Building begleitet mit über 1.400 erfolgreichen Bauanträgen Projekte dieser Größenordnung und verbindet dabei Architektur, Statik und Behördenkommunikation aus einer Hand.
Für Bauherren in Dormagen, die einen konkreten Statik-Bedarf haben, empfiehlt sich der Blick auf unsere bundesweite Übersicht zur Statikersuche, die den hier beschriebenen Auswahlprozess für weitere Regionen einordnet. Eine kostenlose Erstberatung hilft dabei, frühzeitig zu klären, welcher Aufwand für Ihr konkretes Vorhaben realistisch ist.








