In Cottbus reicht ein Handyfoto vom alten Grundriss nicht mehr aus, um einen Bauantrag zu stellen. Seit die Stadt auf die digitale Antragstellung über das Virtuelle Bauamt Brandenburg umgestellt hat, müssen Bauzeichnungen als saubere, maßstabsgetreue Dateien vorliegen, die exakt den Vorgaben der Brandenburgischen Bauvorlagenverordnung entsprechen. Wer beim Bauamt Cottbus (Fachbereich 63) einen Umbau, eine Nutzungsänderung oder einen Anbau genehmigen lassen will, kommt an dieser Anforderung nicht vorbei, egal ob ein Bestandsplan aus den 1980er Jahren existiert oder komplett neu aufgemessen werden muss.
[[bauantrag]]Der Unterschied zwischen einem Grundriss fürs Immobilienexposé und einer Bauzeichnung fürs Bauamt ist dabei größer, als viele Eigentümer zunächst annehmen. Wer das verwechselt, verliert im Genehmigungsverfahren wertvolle Zeit.
Was sind Bauzeichnungen genau, und wofür braucht man sie in Cottbus?
Bauzeichnungen sind die zeichnerische Darstellung eines Gebäudes, die als verbindliche Bauvorlage Bestandteil jedes bauaufsichtlichen Verfahrens ist. In Brandenburg regelt die Brandenburgische Bauvorlagenverordnung (BbgBauVorlV) in § 8 verbindlich, was diese Zeichnungen enthalten müssen, ergänzt um § 7 zum Lageplan und § 9 zur Baubeschreibung.
Grundriss, Schnitt, Ansicht: die drei Bestandteile
Eine vollständige Bauzeichnung besteht in der Regel aus drei Elementen:
- Grundriss: horizontaler Schnitt durch jedes Geschoss mit Raumaufteilung, Wandstärken und Maßketten
- Schnitt: vertikale Darstellung des Gebäudes, meist im Maßstab 1:100, die Geschosshöhen und Dachneigung zeigt
- Ansicht: die Außenwirkung des Gebäudes von mindestens zwei Seiten, relevant für die Beurteilung der Gestaltung
Bei Wohngebäuden verlangt § 8 Abs. 2 BbgBauVorlV zusätzlich, dass barrierefrei nutzbare Wohnungen explizit in den Bauzeichnungen ausgewiesen werden, nicht nur textlich beschrieben. Gerade bei sanierten Mehrfamilienhäusern in Cottbus wird dieser Punkt in der Praxis häufig übersehen und führt dann zu Rückfragen des Bauamts.
Abgrenzung zu Exposé-Grundrissen für Immobilienportale
Grundrisse, wie sie viele Anbieter für Immobilienanzeigen erstellen, sind bewusst vereinfacht und optisch aufbereitet, aber für ein Genehmigungsverfahren nicht ausreichend. Sie enthalten weder die geforderten Maßangaben noch die bautechnischen Details, die eine Bauaufsichtsbehörde zur Prüfung benötigt. Wer eine Nutzungsänderung oder einen Umbau plant, braucht amtstaugliche Bauzeichnungen, keinen Vermarktungsplan.
Diese Anforderungen stellt das Bauamt Cottbus an Bauzeichnungen
Die Anforderungen ergeben sich aus zwei Ebenen: der landesweiten Brandenburgischen Bauordnung und den konkreten Vorgaben der BbgBauVorlV. Für Cottbus als kreisfreie Stadt ist der Fachbereich Bauordnung die zuständige untere Bauaufsichtsbehörde, bei der die Bauvorlagen elektronisch eingereicht werden.
Ein Detail, das in generischen Ratgebern selten auftaucht, aber praktisch hohe Relevanz hat: die BbgBauVorlV verlangt, dass Bauzeichnungen, Baubeschreibung und bautechnische Nachweise wie der Standsicherheitsnachweis miteinander übereinstimmen und identische Positionsangaben tragen. Fehlen einheitliche Positionsnummern zwischen Grundriss, Statik und Brandschutznachweis, führt das in der Praxis regelmäßig zu Nachforderungen.
Hinzu kommt die Digitalpflicht: Seit Cottbus auf das elektronische Verfahren über das Virtuelle Bauamt Brandenburg umgestellt hat, werden Papieranträge nicht mehr angenommen. Bauzeichnungen müssen deshalb als hochwertige, durchsuchbare PDF- oder Vektordateien (DWG/DXF) vorliegen. Eingescannte, aber schlecht aufbereitete Altpläne genügen dieser Anforderung in der Regel nicht.
Wichtig für die Planungssicherheit: Die zum 1. Oktober 2026 in Kraft getretene Novelle der Brandenburgischen Bauordnung sieht vor, dass die Bauaufsichtsbehörde künftig innerhalb von drei Wochen prüft, ob ein Antrag vollständig ist. Bleibt eine Entscheidung insgesamt drei Monate aus, gilt der Antrag als genehmigt. Bei Unvollständigkeit ist nach der Novelle nur noch eine einmalige Nachforderung vorgesehen. Wer beim ersten Anlauf fehlerhafte oder unvollständige Bauzeichnungen einreicht, riskiert damit deutlich mehr als früher.
[[banner-klein]]Alte Baupläne verwenden oder neu erstellen lassen?
Bevor eine komplette Neuzeichnung beauftragt wird, lohnt sich immer die Prüfung vorhandener Bestandspläne. Gerade bei Cottbuser Altbauten aus der Gründerzeit oder Plattenbauten aus DDR-Zeiten existieren oft noch genehmigte Pläne, die als Grundlage dienen können, auch wenn sie überarbeitet und digitalisiert werden müssen.
Checkliste: Wann reichen Bestandspläne noch aus?
- Der Plan zeigt den zuletzt genehmigten Zustand des Gebäudes, nicht einen zwischenzeitlich informell veränderten Grundriss
- Alle relevanten Maße, Wandstärken und Raumbezeichnungen sind lesbar und vollständig
- Der Plan liegt in einer Qualität vor, die sich sauber digitalisieren lässt (keine geknickten oder stark verblassten Originale)
- Es sind keine baulichen Veränderungen seit der letzten Genehmigung vorgenommen worden, die im Plan fehlen
Trifft auch nur einer dieser Punkte nicht zu, ist in der Regel ein Neuaufmaß vor Ort sinnvoller als der Versuch, einen lückenhaften Bestandsplan nachzubessern.
Woher bekommt man alte Bauzeichnungen in Cottbus?
Fehlen Pläne komplett, gibt es in Cottbus mehrere Anlaufstellen, bevor ein kostenpflichtiges Neuaufmaß beauftragt wird:
- Bauaktenarchiv der Stadt Cottbus: verwahrt genehmigte Bauunterlagen, teils bis in die Vorkriegszeit zurück
- Katasteramt Brandenburg, Karl-Marx-Straße 67 in Cottbus: zuständig für Liegenschaftskarte und Katasterauszüge, die als Grundlage für den Lageplan nach § 7 BbgBauVorlV dienen
- DAKAPO, das digitale Auskunfts- und Katasterportal Brandenburg, über das Auszüge aus dem Liegenschaftskataster landesweit online bezogen werden können
Erst wenn diese Quellen keine brauchbaren Unterlagen liefern, ist ein vollständiges Neuaufmaß durch einen bauvorlageberechtigten Architekten der wirtschaftlich sinnvollste Weg.
Was kosten Bauzeichnungen in Cottbus?
Die Kosten hängen maßgeblich davon ab, ob ein Neuaufmaß nötig ist, wie viele Geschosse betroffen sind und wie komplex das Gebäude ist. Als Orientierung gilt bei Planeco Building ein Stundensatz von 85 bis 120,–€ netto. Für ein einfaches Einfamilienhaus mit Grundriss, Schnitt und Ansichten liegen die Gesamtkosten für eine Neuerstellung häufig bei rund 850,–€ netto, abhängig vom tatsächlichen Aufwand vor Ort.
Bei Mehrfamilienhäusern oder gemischt genutzten Gebäuden steigt der Aufwand entsprechend, da das Bauamt in der Regel Grundrisse aller Geschosse verlangt, auch wenn nur eine einzelne Nutzungseinheit vom Vorhaben betroffen ist. Wer die Zeichnungen im Zusammenspiel mit einer Statik beauftragt, findet auf der Seite zu Statiker-Kosten eine vertiefende Einordnung der zusätzlichen Kostenfaktoren.
So läuft die Erstellung von Bauzeichnungen in der Praxis ab
Ein strukturierter Ablauf reduziert das Risiko von Nachforderungen erheblich:
- Bestandsprüfung: Vorhandene Pläne aus Bauaktenarchiv, Katasteramt oder eigenem Besitz werden auf Aktualität und Vollständigkeit geprüft
- Vor-Ort-Aufmaß: Falls nötig, werden alle relevanten Maße, Wandstärken und Raumhöhen neu erfasst
- Zeichnung: Grundriss, Schnitt und Ansichten werden im geforderten Maßstab und Format erstellt, inklusive einheitlicher Positionsnummern für Statik und Brandschutz
- Abgleich mit weiteren Bauvorlagen: Baubeschreibung, Standsicherheitsnachweis und Lageplan werden auf Übereinstimmung geprüft
- Digitale Einreichung: Die fertigen Unterlagen werden im geforderten Dateiformat beim Bauamt Cottbus eingereicht
Mit über 1.400 erfolgreich begleiteten Bauanträgen und einer typischen Bearbeitungszeit von 14 bis 21 Tagen für die Erstellung der Unterlagen bringt Planeco Building genau diese Erfahrung in jedes Cottbuser Bauvorhaben ein, von der ersten Bestandsprüfung bis zur einreichfertigen Bauzeichnung.
Bauzeichnungen im Zusammenspiel mit Statik und Nutzungsänderung
Bauzeichnungen stehen selten isoliert. Wer eine Nutzungsänderung plant, etwa weil eine ehemalige Bürofläche zu Wohnraum werden soll oder ein Gewerbe umziehen möchte, braucht Bauzeichnungen, die exakt den neuen Nutzungszweck abbilden. Gerade im Zuge des Strukturwandels in der Lausitz nutzen aktuell viele Cottbuser Eigentümer die Gelegenheit, leerstehende Gewerbeflächen zu Wohnraum umzubauen.
Ebenso wichtig ist die Abstimmung mit dem Statiker: Sobald tragende Wände verändert werden, muss die Bauzeichnung mit dem Standsicherheitsnachweis übereinstimmen. Wer einen passenden Fachplaner sucht, findet über die Seite Statiker finden eine strukturierte Übersicht, worauf bei der Auswahl zu achten ist. Diese Verzahnung aus Architektur, Statik und Genehmigungsplanung ist genau der Grund, warum Bauzeichnungen in Cottbus nicht als isolierte Grafikleistung, sondern als Teil eines abgestimmten Genehmigungsprozesses gedacht werden sollten.














