Wer in Herford ein Bauvorhaben plant, stößt schnell auf die Frage: Reicht ein einfacher Grundriss oder braucht es eine vollständige Bauzeichnung? Die Antwort hängt vom Zweck ab. Ein Exposé-Grundriss für den Immobilienverkauf hat andere Anforderungen als eine bauvorlagepflichtige Bauzeichnung, die bei der Bauaufsichtsbehörde eingereicht wird. Wer das verwechselt, riskiert Nachforderungen und Zeitverlust im Genehmigungsverfahren.
[[bauantrag]]Grundriss oder Bauzeichnung: Was Sie für Ihr Vorhaben wirklich brauchen
Ein Exposé-Grundriss dient der Vermarktung: Er zeigt Raumaufteilung und Wohnfläche, meist ohne exakte Maßketten oder amtliche Kennzeichnung. Für Makler und Vermieter reicht das aus.
Für einen Bauantrag reicht das nicht. Die Bauzeichnung ist eine offizielle Bauvorlage nach § 70 der Landesbauordnung NRW und muss zusammen mit weiteren Bauvorlagen wie Lageplan und Baubeschreibung eingereicht werden. Konkrete Vorgaben zu Inhalt und Maßstab regelt die Verordnung über bautechnische Prüfungen (BauPrüfVO): Grundrisse, Schnitte und Ansichten sind grundsätzlich im Maßstab 1:100 anzufertigen, vollständig bemaßt und mit Angaben zum Brandverhalten der Bauteile zu versehen (BauPrüfVO NRW).
Wer plant, eine Wohnung, ein Ladenlokal oder eine Gewerbefläche anders zu nutzen als bisher genehmigt, braucht zusätzlich eine Nutzungsänderung, für die dieselben Anforderungen an die Bauzeichnung gelten wie beim klassischen Bauantrag.
Zuständig in Herford: Stadt oder Kreis?
In Herford ist die Zuständigkeit zweigeteilt, und das wird bei der Bauantragstellung häufig übersehen. Für Bauvorhaben innerhalb der Hansestadt Herford ist die städtische Bauaufsicht zuständig, die das Stadtgebiet in drei Bezirke einteilt und eine kostenlose Bauberatung vor Antragstellung anbietet (Stadt Herford, Bauaufsicht).
Liegt das Grundstück dagegen in einer der umliegenden Kommunen wie Spenge, Enger, Bünde, Löhne, Vlotho, Hiddenhausen, Kirchlengern oder Rödinghausen, ist der Kreis Herford als Bauaufsichtsbehörde zuständig (Kreis Herford, Baugenehmigung beantragen). Der Kreis nimmt Bauanträge inzwischen digital entgegen, was den Ablauf beschleunigt, aber auch voraussetzt, dass Bauzeichnungen von Beginn an in korrekter digitaler Form vorliegen.
Wer sich vor der eigentlichen Antragstellung absichern möchte, ob ein Vorhaben überhaupt genehmigungsfähig ist, kann eine Bauvoranfrage stellen. Ein Muster und die typischen Bestandteile finden Sie auf unserer Seite zur Bauvoranfrage.
Was eine bauantragsfähige Bauzeichnung enthalten muss
Damit die Bauaufsichtsbehörde Ihren Antrag ohne Rückfragen prüfen kann, muss die Bauzeichnung mehrere Pflichtbestandteile enthalten:
- Grundrisse aller Geschosse: einschließlich Keller und Dachgeschoss, mit vollständiger Raumaufteilung
- Schnitte: mindestens ein Gebäudeschnitt zur Darstellung von Geschosshöhen und Dachkonstruktion
- Ansichten: aus allen relevanten Himmelsrichtungen
- Vollständige Maßketten: Innen- und Außenmaße sowie Fenster- und Türmaße
- Amtlicher Farbcode: bei Änderungen sind zu beseitigende und neue Bauteile gemäß den Zeichen und Farben der BauPrüfVO-Anlage zu kennzeichnen
- Brandschutzangaben: Brandverhalten der Baustoffe und Feuerwiderstandsdauer der Bauteile, sofern relevant
Fehlt auch nur eine dieser Angaben, gilt der Antrag als formell unvollständig. Die formelle Vorprüfung durch die Bauaufsichtsbehörde erfolgt in der Regel innerhalb von zwei Wochen nach Eingang (Bauportal NRW) – jede Nachforderung verlängert diesen Zeitraum zusätzlich, bevor die inhaltliche Prüfung überhaupt beginnt. [[banner-klein]]
Vorhandene Pläne prüfen oder neu erstellen lassen?
Viele Eigentümer in Herford besitzen noch Baupläne aus den 1970er- oder 1980er-Jahren, oft aus der Bauakte des Voreigentümers. Ob diese weiterverwendet werden können, hängt von zwei Faktoren ab:
- Übereinstimmung mit dem Ist-Zustand: Bauakten zeigen häufig nur den letzten genehmigten Zustand, nicht spätere bauliche Veränderungen. Wurde zwischenzeitlich ein Raum umgebaut oder eine Wand versetzt, muss neu aufgemessen werden.
- Formale Qualität: Handyfotos oder schlecht gescannte Altpläne genügen nicht den Anforderungen der BauPrüfVO. Auch inhaltlich korrekte Altpläne müssen professionell digitalisiert und auf den aktuellen Maßstab und Farbcode gebracht werden.
Wie Sie vorhandene Bestandspläne prüfen und für einen neuen Bauantrag aufbereiten lassen, erklären wir im Detail auf unserer Seite zu Bestandsplänen. In der Praxis zeigt sich: Bei Gebäuden, die vor 1990 errichtet wurden, ist eine Neuerstellung mit Vor-Ort-Aufmaß häufig günstiger als die aufwendige Aufbereitung unvollständiger Altunterlagen.
Genehmigungsfrei heißt nicht unterlagenfrei
Ein verbreiteter Irrtum: Wer ein Vorhaben plant, das nach § 62 der Landesbauordnung NRW verfahrensfrei ist, oder von der seit 2024 auf Gebäudeklasse 4 erweiterten Genehmigungsfreistellung nach § 63 profitiert, glaubt oft, gar keine Bauzeichnungen zu benötigen. Das stimmt nicht. Auch bei genehmigungsfreien Vorhaben müssen die bautechnischen Nachweise und Bauzeichnungen erstellt und auf Verlangen der Bauaufsichtsbehörde vorgelegt werden können. Die Verantwortung liegt in diesem Fall vollständig beim Bauherrn und dem Entwurfsverfasser, ohne behördliche Vorabprüfung als Sicherheitsnetz.
Das gilt insbesondere, wenn tragende Wände betroffen sind: Selbst bei einer einzelnen Wandöffnung ist ein Standsicherheitsnachweis erforderlich, den ein Tragwerksplaner auf Basis der neuen Lastverhältnisse erstellt. Wer einen Statiker sucht, sollte diesen Schritt parallel zur Bauzeichnung einplanen, nicht erst danach.
So läuft die Erstellung Ihrer Bauzeichnung ab
Bei Planeco Building folgt die Erstellung einem festen Ablauf, unabhängig davon, ob es sich um einen Neubau, einen Umbau oder eine Nutzungsänderung in Herford handelt:
- Kostenlose Erstberatung: Klärung des Vorhabens und Prüfung, ob vorhandene Unterlagen verwertbar sind
- Aufmaß vor Ort: falls keine verwertbaren Bestandspläne vorliegen, wird das Gebäude vermessen
- Erstellung der Bauzeichnung: Grundrisse, Schnitte und Ansichten gemäß BauPrüfVO NRW
- Prüfung und Abstimmung: interner Abgleich mit den weiteren Bauvorlagen wie Lageplan und Baubeschreibung
- Einreichung: digital bei der Stadt Herford oder dem Kreis Herford, je nach Grundstückslage
Mit über 1.400 erfolgreich begleiteten Bauanträgen und einer typischen Bearbeitungszeit von 14 bis 21 Tagen bis zur Einreichung kennt Planeco Building die formalen Stolperstellen, an denen Anträge sonst hängen bleiben. Wer die architektonischen Grundlagen dahinter verstehen möchte, findet einen Überblick auf unserer Seite zum Architekten.
Was kostet eine Bauzeichnung in Herford?
Die Kosten richten sich nach Aufwand, Gebäudegröße und danach, ob ein Aufmaß vor Ort nötig ist. Als Orientierung gilt ein Stundensatz von 85,–€ bis 120,–€ netto. Für ein einfaches Einfamilienhaus mit Grundriss, Schnitt und Ansichten liegen die Gesamtkosten häufig bei etwa 850,–€ netto. Bei Mehrfamilienhäusern oder gemischt genutzten Gebäuden mit mehreren Geschossen und zusätzlicher Betriebsbeschreibung steigt der Aufwand entsprechend.
Kommt ein Eingriff in die Tragstruktur hinzu, fällt zusätzlich der Statiker-Kosten an, der separat kalkuliert wird. Planeco Building arbeitet dabei mit voller Preistransparenz: Alle Kostenfaktoren werden vor Beauftragung offengelegt, versteckte Zusatzkosten gibt es nicht.
Ob Dachausbau, Anbau oder Nutzungsänderung einer Gewerbefläche in Herford: Der Rundum-Service von Planeco Building deckt Bauzeichnung, statische Nachweise und die Kommunikation mit der zuständigen Behörde aus einer Hand ab, bundesweit organisiert mit lokaler Kenntnis der Herforder Zuständigkeiten.














