Energetische Sanierung

Effizienzhaus 85 – die Kfw-geförderte Gebäudesanierung

Ihren Altbau gemäß Effizienzhaus 85 Standard sanieren & von Fördermitteln profitieren. Bedeutung, Kriterien, Ablauf, Beispiele uvm.!
Planeco Building
July 9, 2024
Lesezeit: 19 Min.

Was ist ein Effizienzhaus 85?

Kurz und knapp beschreibt das Effizienzhaus 85 einen energetischen Standard für Gebäude. Die Effizienzhausstufe 85 ist die erste förderfähige Sanierungsstufe. 

Sie ist Altbauten vorbehalten und förderfähig bei der KfW in Form eines Kredits mit Tilgungszuschuss. 

Neben dem Effizienzhaus 85 existieren noch weitere Effizienzhausstandards, derzeit als Effizienzhaus 70, 55 und 40. Die Zahlenwerte definieren jeweils einen eigenen energetischen Standard und ermöglichen so die Unterscheidung unterschiedlicher Gebäudequalitäten.

Tabelle mit den KfW-Effizienzhaus-Stufen 85, 70, 55, 40 und deren Primärenergiebedarf, sowie Transmissionswärmeverlust. Die Stufe 85 ist hervorgehoben.
Abbildung: Überblick der KfW-Effizienzhaus-Stufen 85, 70, 55, 40 in aufsteigender Reihenfolge von links nach rechts. Mit Hervorhebung des Effizienzhauses 85.

Eingeführt wurde das Effizienzhaus von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (kurz: KfW), also von der staatlichen Förderinstitution rund um das energetische Bauen und Sanieren. Je nach energetischer Qualität und erreichtem Effizienzhausstandard können Sie als Hauseigentümer unterschiedliche Förderprogramme mit unterschiedlicher Fördersumme und jeweils eigenen Voraussetzungen in Anspruch nehmen. 

Dabei gilt: Je energieeffizienter das Haus, umso höher die Förderung. Je niedriger der Zahlenwert des Effizienzhauses ist, desto höher ist die energetische Qualität. Das heißt zum Beispiel, dass ein Effizienzhaus 40 energetisch besser ist, als ein Effizienzhaus 85.

Mit Effizienzhaus-Stufen klassifiziert die KfW Gebäude, z.B. als Effizienzhaus 85 und legt die Basis für Anforderungen & Förderung

Um die Zusammenhänge rund um das Effizienzhaus 85 zu verstehen, ist es hilfreich zu verstehen, was überhaupt ein Effizienzhaus ist:

Anfangs wurde unabhängig von Gebäudegröße, -form oder Dimension vorgegeben, wie „gut“ welches Bauteil pauschal mindestens gedämmt sein muss. Vor rund 20 Jahren bezog der Gesetzgeber mit ein, dass der Energiebedarf stark vom Verhältnis Volumen zu Hüllfläche abhängt. Vereinfacht gesagt, erzeugt und hält das Volumen die Wärme, die Hülle verliert sie. Je mehr Oberfläche im Verhältnis zum Volumen da ist, umso mehr Energie geht verloren. Ein kompakter runder Eiswürfel schmilzt langsamer als Crushed Ice.

Deshalb trat an die Stelle allgemeingültiger Dämmwerte das so genannte Referenzgebäude. Ein bestehendes Gebäude lieferte Form und Dimension, der Gesetzgeber steuerte bestimmte energetische Kennwerte hinzu. Daraus entstand rein rechnerisch das so genannte Referenzgebäude. Dieses individuelle, für jedes echte Gebäude neu entstehende und vor allem rein fiktive Gebäude definierte den energetischen Standard, der im Neubau mindestens erreicht werden musste. 

Die KfW als Förderinstitution leitete davon das so genannte Effizienzhaus ab. Gefördert wurde jedes Gebäude, das besser als der gesetzliche Mindeststandard ist, weil es die gesetzlichen Standards übererfüllte.

Wichtig ist, dass es immer auf die energetische Gesamtbetrachtung des Gebäudes ankommt. Auch die KfW weist ausdrücklich darauf hin, dass gleiche Maßnahmen bei verschiedenen Gebäuden zu unterschiedlichen Effizienzhaus-Stufen führen können. Die Mindestanforderungen für Effizienzhäuser werden anhand von zwei Kriterien festgelegt: Erstens, dem Primärenergiebedarf und zweitens, dem Transmissionswärmeverlust eines bestehenden Gebäudes.

Primärenergiebedarf und Transmissionswärmeverlust sind die entscheidenden Kenngrößen für KfW-Effizienzhäuser

Primärenergiebedarf: 85% für das Effizienzhaus 85

Primärenergiebedarf = Energiebedarf des Gebäudes einschließlich des Energiebedarfs für die Verarbeitung der eingesetzten Energieträger (z.B. Holzpellets: Energiebedarf des Gebäudes einschl. Energieaufwand für das Herstellen der Pellets aus Holz)

Der Zahlenwert hinter dem Effizienzhaus steht für den Prozentwert des Primärenergiebedarfs. Das Effizienzhaus 85 darf maximal 85% des Primärenergiebedarfs aufweisen, die das Referenzgebäude nach gesetzlichen Vorgaben benötigen würde. 

Damit wird erklärt, warum ein niedrigerer Zahlenwert für eine höhere energetische Qualität des Gebäudes steht. Analog zu Effizienzhaus 85 darf damit ein Effizienzhaus 55 nur noch 55 Prozent des Primärenergiebedarfs des errechneten Referenzgebäudes aufweisen.

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Transmissionswärmeverlust: Maximal 100% des Referenzgebäudes für das Effizienzhaus 85

Transmissionswärmeverlust = Energieverlust durch die Transmission, also das „Wandern“ von Wärmeenergie durch die Gebäudehülle nach außen.

Bei einem Effizienzhaus 85 Standard darf der Transmissionswärmeverlust nicht mehr als 100 % des Referenzgebäudes betragen.

Hinweis: Universeller und damit wichtiger ist der Primärenergiebedarf. Denn er gibt neutral den Energiebedarf eines Gebäudes an und wertet dabei nicht, ob die Gebäudehülle besonders gut oder die Heizung besonders sparsam ist. Der Transmissionswärmeverlust dagegen beschreibt alleinig die Qualität der Gebäudehülle. Für Effizienzgebäude werden trotzdem immer Vorgaben für beide Werte definiert.

Vom Effizienzhaus zum gesetzlichen Standard

Was man wissen sollte: Der Begriff des Effizienzhauses vermittelt im allgemeinen Verständnis immer etwas besonders “Gutes”, das über dem Standard liegt. Aus rein praktischen Gründen wurde aber das Referenzgebäude in den vergangenen Anpassungen der energetischen Standards nicht verändert.

Andernfalls hätte das Auswirkungen auf sämtliche Berechnungsmethoden und Software gehabt. Der Gesetzgeber hat aber durch wiederkehrende Verschärfungen der Mindeststandards definiert, dass heute das Effizienzhaus 55 im Neubau der gesetzlich vorgeschriebene Mindeststandard ist.

Für Sanierungen bestehender Gebäude gelten andere Grenzwerte. Hier werden als Mindestniveau lediglich Anforderungen an die Dämmqualität der einzelnen Bauteile formuliert. Erreichen Sie aber durch Ihre geplanten Sanierungsmaßnahmen den KfW 85 Standard, belohnt Sie der Gesetzgeber mit einer attraktiven KfW-Förderung.

Die geförderte Sanierung zum Effizienzhaus 85: Vorgehen Schritt für Schritt

Jedes Gebäude ist einzigartig. Damit wird auch jede Sanierungsmaßnahme zu einem individuellen Projekt. Dennoch folgt der grundlegende Ablauf einer energetischen Sanierung den immer selben Abläufen und bietet Ihnen damit eine gute Orientierung für Ihr eigenes Sanierungsvorhaben zum Effizienzhaus 85.

Schritt 1: Ein Energieeffizienz-Experte an Ihrer Seite

Für die Erstellung eines Sanierungskonzepts für Ihr Gebäude braucht es Fachkunde. Und das sowohl in bautechnischer Hinsicht, als auch bezüglich der speziellen Kenntnisse rund um die energetische Bewertung und Optimierung von Gebäuden. Es geht also nicht ohne Fachmann an Ihrer Seite in Form eines Energieberaters bzw. Energieeffizienz-Experten. 

Idealerweise bringt dieser Energieberater auch baufachliche Kenntnisse mit und ist beispielsweise Architekt oder Bautechniker. Denn so kann er durch seine Erfahrung am Bau Ihr Gebäude am zuverlässigsten einschätzen und die Machbarkeit verschiedener Maßnahmen bewerten.

Spätestens, wenn Sie mit der Inanspruchnahme von Fördergeldern rechnen, muss Ihr Energieberater außerdem in die Energieeffizienz-Expertenliste der Deutschen Energie-Agentur DENA eingetragen sein. Der Listeneintrag ist die Grundvoraussetzung, um in Ihrem Namen Förderungen beantragen zu können.

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Schritt 2: Der Ist-Zustand

Am Anfang der energetischen Sanierung steht die Bestimmung des Ist-Zustands. Hier spielen gleich zwei Themenfelder eine zentrale Rolle.

A. Die energetische Qualität

Der energetische Ist-Zustand Ihres Gebäudes definiert, wie viel Aufwand Sie betreiben müssen, um die Effizienzhaus 85 Anforderungen zu erfüllen. Die zwei wichtigen Standbeine der Betrachtung sind einerseits die Gebäudehülle als der Teil Ihres Hauses, der die Energie verliert und andererseits die Haustechnik, die Ihr Gebäude mit der bereitgestellten Energie mit einer bestimmten Effizienz versorgt.

B. Der bauliche Zustand

Jedes bestehende Gebäude weist eine eigene Bauweise und einen ganz individuellen Erhaltungszustand auf. Beides wirkt sich auf die Festlegung sinnvoller Sanierungsmaßnahmen aus. Muss beispielsweise das Dach auf Grund seines altersbedingten Zustands ohnehin bald erneuert werden, lohnt sich hier die detaillierte Betrachtung energetischer Verbesserungsmöglichkeiten. Andererseits bieten bestimmte Bauweisen für einzelne energetische Sanierungsmaßnahmen besonders gute oder auch besonders schlechte Voraussetzungen.

Schritt 3: Die Energieberatung – Maßnahmen, Varianten, Förderungen

Ihr eigentliches Sanierungskonzept entsteht nun auf Basis des ermittelten Bestands und des von Ihnen gesetzten Ziels, mit Ihren Sanierungsmaßnahmen den KfW 85 Standard zu erreichen, in Form einer klassischen Energieberatung. Ihr Energieberater ermittelt, welche Sanierungsmaßnahmen an Ihrem Gebäude sinnvoll umgesetzt werden können, um Ihr Ziel zu erreichen. Ein ebenso wichtiger Bestandteil ist immer auch die Untersuchung alternativer Sanierungskonzepte, um tatsächlich das für Ihren Einzelfall optimale Programm aufzustellen.

Bestandteil der Betrachtung ist immer die energetische Wirksamkeit der Maßnahmen, sowie deren finanzieller Aufwand mitsamt der Amortisation. Es geht also um eine rein monetäre Betrachtung, ob die angedachten Maßnahmen tatsächlich zu einer Kostenersparnis im Verlauf ihrer Lebensdauer führen.

Tipp: Betrachten Sie immer mehrere Förderprogramme im Vergleich. Im Einzelfall kann es passieren, dass Mehrinvestitionen für einen höheren energetischen Standard am Ende günstiger sind, da Sie die Mehrkosten mit einer höheren Fördersumme ausgleichen können.

Schritt 4: Die Entscheidung

Liegt Ihnen das ausgearbeitete Konzept vor, ist es an Ihnen, sich für den Weg zu entscheiden, mit dem Sie die KfW 85 Anforderungen umsetzen wollen. Ihr Energieberater ist verpflichtet, Sie bei der Entscheidungsfindung in allen fachlichen Fragen rund um die KfW Effizienzhaus 85 Mindestanforderungen, sowie die Vor- und Nachteile der einzelnen Varianten, zu beraten. Denn natürlich können Sie nur nach umfassender fachlicher Aufklärung auch tatsächlich die richtige Entscheidung für die nachfolgenden Sanierungsarbeiten treffen. 

Mit dem von Ihnen festgelegten Sanierungskonzept stellt Ihr Energieberater dann den passenden Förderantrag bei der KfW.

Schritt 5: Die Umsetzung

Der letzte Schritt zur erfolgreichen Sanierung zum Effizienzhaus 85 ist die bauliche Umsetzung des festgelegten Maßnahmenpakets. 

Liegt die Förderzusage der KfW vor, dürfen Sie die ausführenden Unternehmen mit den Bauleistungen beauftragen und den Bau beginnen.

Reine Sanierungsarbeiten sind in allen Bundesländern verfahrensfrei, also ohne Bauantrag, möglich. Der praktische Ablauf erfolgt ansonsten wie alle anderen Bauarbeiten auch.

Am Ende der Umsetzungsphase steht nun die Bestätigung der Fachunternehmen und des Energieberaters über die Einhaltung aller Anforderungen an die KfW und final die Auszahlung der Fördergelder.

Die Sanierung zum Effizienzhaus 85 im konkreten Beispiel

Das folgende Beispiel soll Ihnen zeigen, wie ein mögliches Sanierungskonzept für ein bestehendes Einfamilienhaus aussehen könnte. Dabei sollen die einzelnen Maßnahmen lediglich die Systematik hinter dem Gesamtkonzept aufzeigen. Weder ein Referenzgebäude noch die individuellen Dämmanforderungen wurden für dieses Beispiel final durchgerechnet:

Die Ausgangslage: Ein Einfamilienhaus aus den 1950ern

Reihe aus 4 kleinen Einfamilienhäusern der 1950er Jahre, die zu Effizienzhasu 85 saniert werden könnten, fotografiert von der gegeüberliegenden Straßenseite
Mehrere Einfamilienhäuser aus der Zeit um 1960 mit Potenzial zur energetischen Sanierung nach KfW-Effizienzhausstufe 85. (Bildnachweis: © iStock.com/Klaus-Bargheer)

Einige Merkmale des Gebäudes, mit dem zukünftig ein Effizienzhaus Standard 85 angestrebt wird:

  • Einfamilienhaus Baujahr 1950er Jahre
  • Vollziegelmauerwerk
  • kalter Dachstuhl („Dachboden“)
  • unbeheizter Keller mit Nebenräumen und Haustechnik
  • Holzfenster mit Zweischeiben-Isolierverglasung (um 1985 getauscht)
  • Ölheizung (eingebaut 1990)

Sinnvolle Maßnahmen & Alternativen, um im Beispiel den Effizienzhausstandard 85 zu erreichen

Dach: hohes Ausbaupotential wegen ausreichender Raumhöhe, daher Dachdämmung an Stelle Geschossdeckendämmung – kombinierte Zwischensparrendämmung aus 20cm Mineralwolle und 6 cm Holzweichfaser-Aufdachdämmung mit neuer Dacheindeckung (sowieso-Maßnahme, da Dacheindeckung sanierungsbedürftig ist oder in Kürze sein wird)

Fassade: Fassadendämmung mit 20 cm Wärmedämmverbundsystem, Austausch Fenster und Haustür gegen Kunststoff-Fenster mit Dreischeibenverglasung und entsprechende neue Tür

Kellerdecke: Wegen hohem Aufwand für Dämmung der Kellerwände hier nur Dämmung der Kellerdecke von unten mit 10cm EPS

Haustechnik: Heizungstausch zu Wärmepumpe – Aufbau PV-Anlage im Rahmen der Dachsanierung zur regenerativen Stromerzeugung – Isolierung der im kalten Keller geführten Heiz- und Warmwasserleitungen – Ersatz der bauzeitlichen Heizkörper durch Fußbodenheizung (hier: im Rahmen von Sowieso-Maßnahmen an bauzeitlichen Bodenbelägen etc.)

Stromspar-Check: Kein relevantes Einsparpotential, da nach kürzlichem Eigentümerwechsel ohnehin moderne LED-Beleuchtung und hochwertige Elektrogeräte im Einsatz sind.

Alternativen: Als weitere Alternativen wurden eine reine Aufdachdämmung mit 24 cm EPS und ein alternatives Heizsystem aus einem Holzpelletkessel mit solarthermischer Unterstützung untersucht. Beide Maßnahme zeigten sich aber durch deutlich höhere Investitionskosten und damit einer deutlich längeren Amortisationsspanne ungünstiger. Beide Alternativen wurden verworfen.

Das Ergebnis: Die Kombination der Maßnahmen erzielt einen Effizienzhaus 85 Standard

Durch die Kombination der Einzelmaßnahmen konnten die Effizienzhaus 85 Anforderungen erreicht werden. Der rechnerische Energieverbrauch reduziert sich in der Vorher-Nachher-Betrachung um rund 48 Prozent. Die Investitionskosten amortisieren sich rechnerisch innerhalb von 15 Jahren durch die erzielten Energieeinsparungen.

Die tatsächlichen Investitionskosten lassen sich darüber hinaus durch die Inanspruchnahme der KfW-Förderung Effizienzhaus 85 weiter senken.

Was kostet ein Effizienzhaus 85 in der Sanierung?

Eine der Kernfragen rund um die energetische Sanierung nach dem Effizienzhaus 85 Standard ist die der Kosten. Denn unabhängig von Nachhaltigkeit und Energieeffizienz muss jede Sanierungsmaßnahme finanziert werden und Kosten-Nutzen sollten im Verhältnis stehen.

Die Baukosten

Jede pauschale Aussage zu Sanierungskosten ist unseriös. Denn selbst ein und dieselbe Maßnahme kann in Abhängigkeit von dem, was Ihr Gebäude an Ist-Situation mitbringt, von der genauen Ausführung, der Marktlage und regionalen Unterschieden relativ unterschiedliche Kosten verursachen.

Eine erste verlässliche Kostenschätzung ist deshalb erst dann möglich, wenn Ihr Energieberater Ihr Gebäude besichtigt und einen ersten Entwurf für ein Sanierungskonzept aufgestellt hat. Sowohl technische als auch energetische Varianten und Alternativen sind dann die Stellschrauben, an denen Sie so lange drehen können, bis Sanierungsziel und Sanierungskosten Ihren Vorstellungen und Möglichkeiten entsprechen.

Wichtig ist, die Kosten einer energetischen Sanierung immer im Gesamtkontext des übergeordneten Ziels zu betrachten. Zwar steht zunächst der finanzielle Aufwand an. Über die Lebensdauer der Bauteile betrachtet gelangen Sie aber immer zu einer finanziellen Einsparung, so dass die anfänglichen Kosten vor allem eines darstellen: Eine sich langfristig lohnende Investition.

Die Förderung für das KfW Effizienzhaus 85

Info: Die Förderung für ein Effizienzhaus 85 der Kreditanstalt für Wiederaufbau KfW liegt im Jahr 2024 bei einer maximalen Kredithöhe von 120.000 Euro je Wohneinheit und beinhaltet einen Tilgungszuschuss in Höhe von 5 Prozent. Tilgungszuschuss bedeutet, dass dieser Anteil des Förderkredits nicht mehr zurückgezahlt werden muss.

Darüber hinaus bietet die KfW Effizienzhaus 85 Förderung zwei Möglichkeiten, den Förderrahmen zu erweitern:

Beinhaltet Ihr Sanierungskonzept den Einbau einer neuen Heizungsanlage, die ihren Energiebedarf zu mindestens 65 Prozent aus erneuerbaren Energien deckt, wird Ihr Gebäude in die so genannte „Erneuerbare Energien-Klasse“ eingestuft. Dasselbe gilt, wenn Sie Ihren Wärmebedarf zu mindestens 65 Prozent aus nicht vermeidbarer Abwärme decken.

Info: Erfüllt Ihr Gebäude im Zuge der energetischen Sanierung die Voraussetzungen des staatlichen „Qualitätssiegels Nachhaltiges Gebäude“ (kurz: QNG), wird es in die sogenannte Nachhaltigkeits-Klasse eingestuft. Sowohl die Erneuerbare Energien-Klasse als auch die Nachhaltigkeits-Klasse führen in Verbindung mit dem Effizienzhaus 85 Standard zu einem erhöhten Kreditrahmen von maximal 150.000 Euro je Wohneinheit und einem ebenfalls höheren Tilgungszuschuss in Höhe von 10 Prozent.

Weiterführende Informationen zur Förderung des Effizienzhauses 85, sowie anderen Gebäudestandards, finden Sie in der aktuellen Förderübersicht zu Effizienzhäusern der KfW.

Typische Sanierungsmaßnahmen auf dem Weg zu Ihrem Effizienzhaus 85

Lassen Sie Ihr Effizienzhaus 85 berechnen, erstellt Ihr Energieberater ein individuelles ,speziell auf Ihr Haus zugeschnittenes Zahlenwerk. Allerdings stützt er sich dabei auf einen Katalog typischer, bei der Vielzahl der Gebäude sinnvoller Sanierungsmaßnahmen. Aus diesen einzelnen Bausteinen stellt er dann die richtige Kombination an konkreten Maßnahmen zusammen. Typische Einzelmaßnahmen für Wohngebäude sind:

Maßnahmen zur Senkung der Transmissionswärmeverluste

Das Dach

Das Dach ist das flächenmäßig größte Einzelbauteil eines jeden Gebäudes. Damit bietet es auch das größte Potential, durch die Reduzierung der Energieverluste – also durch Dämmmaßnahmen – Energie zu sparen. Die große Herausforderung am Dach ist meist die Klärung, ob das bestehende Tragwerk in der Lage ist, die für den Effizienzhaus 85 Standard erforderliche Dämmschicht zu tragen. Andererseits gelangen die Bauteile des Dachs ohnehin oft an die Grenze ihrer Lebensdauer, wenn Sie sich mit einer konkreten Sanierungsabsicht befassen. Dann können Sie die energetische Sanierung mit vergleichsweise wenig Mehraufwand bei ohnehin erforderlichen Instandsetzungsarbeiten, so genannten „Sowieso-Arbeiten“ bewältigen.

Verzichten Sie auf die Dämmung Ihres Daches, schreibt das GEG bei einer energetischen Sanierung die Isolierung der obersten Geschossdecke zu einem kalten Dachraum oder auch „Speicher“ sogar als verpflichtende Maßnahme vor.

Die Fassade

Die Fassade besteht aus den Außenwänden, aber genauso aus Fenstern und Türen. Hier lohnt es, immer gesamtheitlich zu denken und einen einheitlichen Dämmstandard anzustreben. Nach dem Dach geht über die Fassade der zweitgrößte Anteil an Heizwärme verloren. Nicht immer müssen alle Fassadenbauteile gedämmt oder ausgetauscht werden. Es sollte aber immer geprüft werden, ob nach der energetischen Sanierung ein einheitliches Dämmniveau erreicht ist. 

Ansonsten erreichen Sie rechnerisch KfW 85, erzielen aber keinen Komfortgewinn, wenn beispielsweise die Wand wenig Energie verliert und warm empfunden wird, die Fenster dagegen weiterhin als kalte Flecken die empfundene Behaglichkeit schmälern. Hinzu kommen Probleme bei Tauwasserausfall und schlimmstenfalls Schimmel, wenn die Fassadendämmung nicht gesamtheitlich über alle Bauteile hinweg gedacht wird.

Die Kellerdecke

Eine kleine Maßnahme mit vergleichsweise hohem Nutzen ist die Dämmung der Decke zum Kellergeschoss. In alten Gebäuden ist der Keller meist unbeheizt, so dass sie viel Heizwärme in diese Kalträume hin verlieren. Mittlerweile ist die Dämmung der Kellerdecke sogar über das Gebäudeenergiegesetz GEG verpflichtend vorgegeben, wenn Sie sich für eine energetische Sanierung entscheiden.

Maßnahmen zur Reduzierung des Primärenergiebedarfs

Heizung und Warmwasserbereitung

Alte Heiztechnik verbraucht je Kilowattstunde erzeugter Wärmeenergie für Heizung und Warmwasser deutlich mehr Brennstoff, als eine moderne Heizungsanlage. Darüber hinaus setzen heute zulässige Heizsysteme zu mindestens 65 Prozent auf regenerative Energien, so dass der Verbrauch endlicher fossiler Brennstoffe merklich sinkt.

Eng mit der Heizwärmeerzeugung verbunden ist außerdem die Betrachtung der Wärmeverteilung und -übergabe. Also der Leitungen und Heizkörper. Schon die Isolierung bisher nicht oder nur schlecht gedämmter Heizleitungen kann spürbare Einsparungen mit sich bringen.

Dasselbe gilt für den Wechsel alter Röhrenheizkörper gegen moderne Konvektoren oder idealerweise gegen eine Fußbodenheizung als großformatige, energieeffiziente Wärmeübergabefläche.

Die Lüftungsanlage

Eine moderne Lüftungsanlage ersetzt die Fensterlüftung und spart einen guten Teil Heizenergie ein. Öffnen Sie Ihr Fenster, geht erwärmte Raumluft verloren. Kalte Außenluft gelangt in Ihr Gebäude und muss erneut unter Energieeinsatz erwärmt werden. Heutige Lüftungsanlagen verfügen dagegen über eine sogenannte Wärmerückgewinnung. Sie entziehen der Abluft Heizwärme und nutzen diese, um die frische Zuluft nahezu auf Raumtemperatur vorzuwärmen. Die Einsparung an Heizwärme liegt dabei in aller Regel deutlich über dem Energiebedarf für den Anlagenbetrieb.

Der Stromspar-Check

Unter dem Stromspar-Check versteht man die Prüfung aller sonstigen Stromverbraucher im Haushalt auf mögliche Einsparmöglichkeiten hin. Die Klassiker sind hierbei die Beleuchtung und die im Dauerbetrieb befindlichen Großgeräte, wie Kühlschrank oder Gefriertruhe. Aber auch Kleingeräte und temporäre Stromverbraucher können in Summe zu einer merklichen Senkung des Energieverbrauchs und damit zu spürbaren Kostensenkungen führen.

Der Stromspar-Check wird aktuell vom Ministerium für Umwelt, Naturschutz, Nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz BMUV als eigene Maßnahme zur Energiereduzierung gefördert.

Photovoltaik – der Sonderfall

Einen gewissen Sonderfall stellt die Photovoltaik, also die Erzeugung von umweltfreundlichem Strom aus Sonnenenergie, dar. Die Stromerzeugung auf dem eigenen Dach wirkt sich nicht auf den eigenen Stromverbrauch aus. Sie trägt aber dazu bei, den Verbrauch aus nachhaltigen Quellen zu decken und somit die Nutzung fossiler Energieträger zu minimieren.

Damit ist die Photovoltaik in Verbindung mit einem schlüssigen Sanierungskonzept eine Möglichkeit, beispielsweise die mit Strom betriebene Luftwärmepumpe noch nachhaltiger zu betreiben.

Hinweis: In Baden-Württemberg ist der Aufbau einer Photovoltaikanlage bei der Durchführung einer Dachsanierung bereits Pflicht!

Die Sanierung zum Effizienzhaus 85 mit Planeco Building

Die Sanierung zum Effizienzhaus 85 ist ein komplexes Vorhaben, das sowohl bautechnische Erfahrung als auch Fachkenntnisse auf dem Gebiet der energetischen Gebäudesanierung erfordert. Das A und O Ihres Sanierungsvorhabens ist deshalb ein zuverlässiger Partner, der Sie von den ersten Überlegungen bis zur Auszahlung der Fördergelder begleitet.

Genau dieser Partner ist Planeco Building. Wir verfügen über ein bundesweites Netzwerk an qualifizierten Experten aus den Bereichen der energetischen Sanierung und Gebäudefachplanung (z.B. Architektur, Statik, ..) für eine zuverlässige Projektplanung und -ausführung.

Informieren Sie sich in einem kostenfreien Erstgespräch zu Ihren individuellen Möglichkeiten und erhalten Sie ein unverbindliches Festpreisangebot.

FAQ: Antworten auf häufig gestellte Fragen

Was ist ein Effizienzhaus 85?

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Ein Effizienzhaus 85 beschreibt die energetische Qualität eines Hauses, wobei der rechnerische Energieverbrauch maximal 85 Prozent eines gesetzlich vorgegebenen Vergleichswerts betragen darf.

Wie gut ist ein KfW Effizienzhaus 85?

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Die Effizienzhaus Klasse 85 ist die niedrigste Förderstufe der Kreditanstalt für Wiederaufbau im Gebäudebestand und darf 30 Prozent mehr Energie verbrauchen als ein aktueller Neubau.

Wie hoch ist die KfW-Förderung für ein Effizienzhaus 85?

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Derzeit fördert die KfW beim Effizienzhaus 85 jede Wohneinheit mit einem Förderkredit von maximal 120.000 Euro mit einem zusätzlichen Tilgungszuschuss in Höhe von 5 Prozent der Fördersumme.